Die erste Ansichtskarte hatten wir schon am 29. November, nur mit einer kürzeren Beschriftung und deutlich mehr Kontrast.
Bei der Schöpfstraße ist mir gerade aufgefallen, wie breit eine bekannte Straße ohne geparkte Autos wirkt – schon ganz ungewohnt.
Die Wiener Patronage fand ich schnell – die Innsbrucker nicht! Ja, das wird es gewesen sein – herzlichen Dank für dieses kleine feine Weihnachtsgeschenk! – Wobei ich nicht glaube, dass die Aufführung aus dem Mädchenhort stammt. Wie aus dem Artikel hervorgeht, sollte sich dieser um Jugendliche kümmern, als Ergänzung zu den drei bereits bestehenden Kinderpatronagen. Und wenn ich mir das Alter der Krippenspielerinnen vor Augen halte, dann würde ich meinen, dass die Aufnahme wohl in einer Kinderpatronage gemacht wurde.
Ja, das klingt sehr einleuchtend, vom Alter her würde die Aufführung in einer Kinderpatronage sehr gut passen.
In Innsbruck gab es mindestens drei Kinderpatronagen, nämlich in Wilten, der Innenstadt und Pradl. Gut möglich, dass in einer dieser Patronagen das obige Krippenbild 1914 zur Aufführung kam. Bei der bemalten Wand im Hintergrund könnte es sich um das originale Bühnenbild handeln….
Von der Pradler Kinderpatronage sind auch tatsächlich solche Christbaumfeiern mit künstlerischen Darbietungen überliefert:
1904 wurde von der Erzherzogin-Magdalena-Kinderpatronage im Arbeiterjugendheim zu Pradl das Stück »Klein Elschen, das das Christkind suchen geht« aufgeführt. – Bericht laut Ibker Nachrichten 04.01.1904
Am 02.01.1907 findet sich ein besonders ausführlicher Bericht:
(Christbescherung in Pradl.) Freitag den 28. Dez.
fand unter sehr zahlreicher Beteiligung die Christbaumfeier
der Erzherzogin Magdalena-Kinderpatronage in Pradl statt.
Wochenlang mögen sich wohl die Kleinen auf dieses
Herrliche Fest gefreut haben, das ihnen die nütz-
lichen Gaben des Christkindes bescheren sollte.
Eingeleitet wurde das Fest durch den Kinderchor
„Stille Nacht, heilige Nacht“, dem ein lieb-
liches Tableau mit Deklamation folgte. Dieses
sowie das folgende Weihnachtsspiel „Christnacht
in der Natur“ versetzten die Zuschauer an die
Krippe des Herrn. Ausführung und Ausstattung
waren in jeder Beziehung gelungen und ernteten
wohlverdiente Anerkennung. Die Festrede
des hochw. P. Koppenstätter S. J. hatte den Dank
an die Wohltäter zum Gegenstande. Redner
schloß mit der Aufmunterung, an dem schönen
Werke mitzuarbeiten zur Erreichung der hohen
Ziele, die sich die Patronage gesteckt hat. Den
Schluß bildete ein heiteres Spiel aus dem
Märchenreiche.
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19070102&query=%22kinderpatronage%22&ref=anno-search&seite=4
Danke für den Hinweis, Markus A., das ist nun korrigiert. Ich hätte jetzt fast noch einen Kommentar abgegeben, der aber einen (kleinen) Tipp enthält, aber ich glaube, damit warte ich noch. Wenn wir nun endlich einmal eines der wenigen Rätsel der jüngeren Geschichte haben, das nicht nach wenigen Minuten gelöst war. 😉
Im Tiroler Anzeiger von 1909 dürfte die plausibelste Lösung stehen:
Bei einer Patronage handelt es sich um einen katholischen Mädchenhort. In Innsbruck wurde 1909 eine Mädchenpatronage des Philipp-Neri-Werks eröffnet. Der Standort befand sich in der Karlstraße 7.
Die dargestellte Patronagekrippe wurde sicherlich anlässlich einer Christbaumfeier im Mädchenhort aufgeführt.
Vgl.: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19091104&seite=8&zoom=38&query=%22patronage%2Binnsbruck%22~10&ref=anno-search
Beim Begriff „Patronagekrippe“ handelt es sich vermutlich um den Bestandteil einer Christbaumfeier des katholischen Wohltätigkeitsvereins „Patronage“. Ein Zusammenhang mit Innsbruck ist nicht ganz klar, für Wien sind solche Veranstaltungen bekannt.
Vgl. dazu folgenden Artikel aus dem Neuigkeitsweltblatt von 1897:
„Die katholische Kirche allein ist berufen, die soziale
Frage zu lösen“, führte gestern im großen Musikvereinssaale
Abg. Dr. Lueger unter brausendem Jubel aus.
In den weiten Räumen fand nämlich die Christbaumfeier
des Vereines „Patronage für katholische
Arbeiterinnen“ statt. Bis an die Saaldecke ragte der
Weihnachtsbaum, im blendenden Glänze von Hunderten von
Glühlichtern erstrahlend, um die Krippe aber standen hoch-
beglückt an 700 jugendliche katholische Arbeiterinnen.
Der Verein „Patronage“. welcher sich die edle Aufgabe
gestellt hat, der armen arbeitenden weiblichen Jugend helfend
und leitend beizustehen, hat mit dieser Christbescherung die
lange Kette seiner wohlthätigen Werke um ein neues Glied
bereichert.
Zu der erhebenden Feier hatten sich die Kronprinzessin-
Witwe Erzherzogin Stefanie, die Erzherzoginnen
Valerie, Josepha, Raineria, Dorothea,
Maria Immaculata und Anunnciata eingefun-
den. Die hohen Damen gaben lebhaftes Interesse für die
Veranstaltung kund.“
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=18970105&query=%22patronage+krippe%22~10&ref=anno-search&seite=4
Die berühmte Fassade mit dem Knick…zuverlässige Landmarke zur Orientierung uralter Fot,,nein, Photographien. Der asymmetrische Tempel leuchtete überall hervor.
Wenn ich einwenig Weihnachtsfrieden in die erregten Gemüter träufeln darf: Zum Schluß war das nichts als eine abgetakelte Bruchbude und üble „Bumsn“. Wenn die Seele des Hauses dieses einmal verlassen hat, dann folgt bald auch der Körper. Es hätte ein gutbürgerlicher Betrieb aufrecht erhalten werden müssen, um jedem Gedanken an Abreißen von vornherein die Spitze brechen zu können. Aber wenn die Leute aus hundert verschiedenen Gründen nicht mehr ins Gasthaus gehen wollen, dann brauchen sie auch nicht zu jammern, wenn etwas offenbar Ungewünschtes von der Bildfläche verschwindet.
Ich hab oft darüber gerätselt, was das enorme Gasthaussterben verursacht haben mag. Gesetzliche Auflagen, nicht finanzierbare Pacht, das alles sind sicher Sargnägel jedes Unternehmens. Bei den Gasthäusern kommt aber als Hauptursache der Wandel, ja fast ein Verkümmern des Begriffs der gemütlichen Geselligkeit. Sich an Bier, Wein, Freundeskreis und – ja, inkorrekt aber real – der reschen Kellnerin zu erfreuen, ist hoffnungslos Opastyle. An dessen Stelle ist der Spaß, der dumbe Bruder der Freude, getreten. Ein Lokal dient jetzt als Ausgangs- und Sammelpunkt zum persönlichen Holodrio. Zugeschnitten auf die eigene Person anstelle eines Personenkreises. Öde Themengasthäuser Italienisch, Griechisch etc. oder Vegan/Vegetarisch, Gastraum mit „effizienten“ Minitischchen möbliert.
Und jetzt schaue man sich vor dem Hintergrund dieser Spaß- und Effizienzgesellschaft sowas wie den Templ an….oder den Hellenstainer und das Wiltener Platzl , das Weiße Kreuz und die Goldene Rose, und zum Schluß den Lewisch…
In Alt-Pradl das Gleiche! Auf die Schnelle fallen mir ein: Der Brückenwirt (wurde heuer abgerissen) an der Pradlerbrücke, der Volderauer („Altpradl“) in der Pradlerstraße, der Winkelwirt („Goldener Winkel“) in der Reichenauerstraße, der Lodronische Hof (in dem früher das Pradler Bauerntheater war) in der Egerdachstraße.
Alle drei Straßen beginnen bei einer Kirche – die Höhenstraße bei der Höttinger Kirche, die Holzgasse bei der Mühlauer Kirche (wenn man den Hauptplatz als gemeinsamen Ausgangspunkt nimmt), und der Rennweg bei der Hofkirche
Bei diesen Bildern kann man so richtig in Nostalgie schwelgen – vielen Dank und gesegnete Weihnachten!
Der erste Tiroler Christbaum wurde interessanterweise bereits am 24. Dezember 1841 in der Innsbrucker Hofburg aufgestellt. Der Baum wurde vom Landeshauptmann Clemens Graf Brandis für seine Familie aufgestellt.
Der erste öffentliche Christbaum zu Innsbruck wurde ein gutes Dezennium später, am 27. Dezember 1852 vom Elisabethverein im großen Redoutensaal aufgestellt. Er war mit 153 Gaben als Losgewinne behängt. Der Verkauf der Lose brachte 900 fl. ein.
Vgl. dazu den Artikel des A. Dörrer in der Weihnachtsbeilage des Allgemeinen Tiroler Anzeigers vom 24. Dezember 1935:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19351224&query=%22christbaum%22&ref=anno-search&seite=9
evt. ist Schießstandsteig zu hoch gelegen – aber die Richtung muss stimmen:
Das einzeln sethende Haus könnte Fürstenweg 49 sein. Die Baumgruppe wäre in etwa dort, wo die Canisiuskirche heute steht. Veilleicht hadnelt es sich beim Stacheldrahtzaun rechts um die Schottergrubenabzäunung an der Sonnenstraße?
Museumstraße – das erste Bild von visavis Ferdinandeum (Wilhelm Greil Straße) nach Westen Richtung Burggraben, das zweite Bild etwa von der Kreuzung Meinhardstarße / Sillgasse auch gegen Westen – ohne Hilfen! (Stadtpläne, Adressbücher).
Ja, die beide Gebäude sind es. Mit „modern“ meinte ich halt Nachkriegszeit. Die Sprungschanze war vor unseren Olympiaambitionen ein sehr bescheidenes Gestell mitten im Wald. Leicht möglich, daß man sie auf dieser – mit Verlaub – grottenschlechten Photographie nicht ausmachen kann.
Auch mir kam der Zaun am Beginn vom Vorbeifahren oder -radeln so bekannt vor. Meine Assoziation war das westliche Ende der Klappholzstraße. Dort lässt das Orthofoto aus den 1970er Jahren zwar auf einen Zaun dieser Bauart schließen, der wäre aber in einer Kurve und vor den Gebäuden mit einem Grünstreifen dazwischen situiert. Ich bilde mir auch ein, auf dem Luftbild einen Kamin wahrzunehmen, aber die Dachlandschaft der Hauptgebäude passt nicht zum Rätselbild. Daher habe ich diese Möglichkeit wieder verworfen.
Der „barocke Giebel“ dahinter erinnert mich sehr an den neuen kitschigen Eingangsbereich zum Wiener Prater. Kann es sich hier vielleicht um einen temporären Bau für eine Ausstellung oder Messe aus Sperrholz oder ähnlichem handeln?
könnte am Schießstandsteig zwischen Gasthof Schießstand und Sadrach sein mit Blick Richtung Botanischer Garten, Friedhof Maria Hilf und Stadt Innsbruck sein
Was/wo sind denn die im Vordergrund zu sehenden recht modern wirkenden Gebäude?
Rechts unterhalb der Herz Jesu Kirche glaube ich die anfangs der 50er Jahre neu erbaute Medizinische Klinik erkennen zu können. Eine Schanze sehe ich allerdings auch nicht andeutungsweise.
Danke liebe Hanna für den Beitrag, das Gebäude links ist das ehemalige Silo der Schottergrube, steht heute noch, da am Bergisel keine Sprungschanze zu sehen ist, könnte es vor 1949 sein, denn in diesem Jahr wurde die Schanze ihrer Bestimmung übergeben… braves Christkindel und schöne Feiertage wünscht dir Luis
Fein, dass immer wieder alte Beiträge auf der ersten Seite erscheinen, so kommt man zu Artikeln, die vor Monaten zu sehen waren, zu einer Zeit, als ich „innsbruck erinnert“ noch gar nicht kannte. Schön auch, dass in https://innsbruck-erinnert.at/fast-schon-wieder-heile-welt/ die Firma Stauder wieder aufgetaucht ist.
Zuerst eine Bestätigung für Frau Mildner: Das Geschäft des Max (und seiner Frau Sofie) Stauder befand sich richtigerweise in der Pradlerstraße 4, schnell nach dem Brückenwirt (mir scheint fast, als ob Herr Morscher die Hausnummerntafel inzwischen wieder ‚montiert‘ hat!!) und wahrscheinlich schon seit 1924 (so steht es zumindest auf den Einkaufssäcken vom heutigen Obst-Stauder). Beide Häuser wurden (bzw. beim Brückenwirt werden) durch Neubauten ersetzt.
Eigentlich waren es zwei Geschäfte! Hier sieht man das Lebensmittelgeschäft, rechts vom Hausgang war das Obst- und Gemüsegeschäft. Ich besitze zwei Bilder, die mir seinerzeit Frau Heiß (Herr Morscher wird wissen, wen ich damit meine) und die sich auch höchstwahrscheinlich im Stadtarchiv befinden, geschenkt hat: Eines mit dem Lebensmittelgeschäft und Max mit seinem Personal, das andere mit dem Gemüseladen und Sofie plus Personal. Leider habe ich keine Datierung und die große Tafel mit „1 Kilo Himbeer 65“ sagt mir auch nicht viel. An der Haustüre aber erkennt man, dass die beiden Fotos unterschiedlichen Datums sein müssen, das mit dem Lebensmittelgeschäft ist auf alle Fälle älter, älter auch wie das in diesem Beitrag! Unter Max Stauder steht in meinem Bild statt ‚Gemischwarenhandlung‘ ‚Hans Rainer’s Nachfolger‘!
Leider weiß ich nicht, wann die Firma Stauder hinauf in die Pradlerstraße 55 übersiedelte und sich auf nur Obst- und Gemüse spezialisierte (und das hervorragend!!), es war jedenfalls schon unter Sohn Raimund und ich lebte schon in Imst!
Aber: Lebensmittel kauften wir seinerzeit nicht beim Stauder ein – wir hatten ja zwei weitere Gemischtwarenhandlungen, die näher lagen, dafür aber sämtliches Obst und Gemüse.
Herr Stauder sen. ist mir in erster Linie als Kaffeeröster in Erinnerung geblieben. Dazu hatte er eine für uns Buben riesige Röstmaschine im ersten Feuerwehrhaus von Pradl in der Egerdachstraße stehen. Wenn er röstete (ich bin mir nicht sicher, ob es damals wirklich Kaffeebohnen waren, aber die ganze Umgebung roch dann herrlich), stand die Türe weit offen und wir konnten zuschauen. Herr Stauder hatte dabei immer so eine runde Kappe auf, wie sie die Wirte früher trugen! Foto vom Feuerwehrhaus siehe bei https://innsbruck-erinnert.at/eine-kurze-geschichte-der-pradler-feuerwehr/
Noch zum Zusammenhang mit der Mandelsbergerstraße in https://innsbruck-erinnert.at/fast-schon-wieder-heile-welt/ und dem neuen Standort der Firma Stauder in der Pradlerstraße 55: Es stimmt tatsächlich, wie Herr Auer geschrieben hat, dass Sofie Stauder im Adressbuch 1938 als Besitzerin dieses Hauses aufscheint. Sicher wurde diese Liegenschaft aus der Konkursmasse der Iwa ersteigert.
Vielleicht bekommt die jetzige Firma Stauder diese Seite zu Gesicht und wir erfahren noch etwas! Leider ist ihre Homepage „in Arbeit“!
Die Hütte der Bergsöhne beim Höttinger Bild wird auf Grund eines Einbruchs bereits am 25. April 1918 in den Innsbrucker Nachrichten erwähnt:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19180425&query=%22bergs%c3%b6hne%22&ref=anno-search&seite=5
Die Vereinsgeschichte der Bergsöhne scheint sehr komplex zu sein. Hier die Innsbrucker Nachrichten vom 17. September 1909 zur Vereinsgründung der Bergsöhne, die eindeutig 1909 erfolgte:
Der kath.-alpine Verein „Bergsöhne“ in Innsbruck hielt am 14. d. Mts.. im Vereins-
lökal im Gasthof zum „Schwarzen Bären“ in Maria-
hilf Nr. 16 seine konstituierende Versammlung ab,
die recht gut besucht war. ‚Die Mitglieder der seit
acht Jahren bestandenen, im heurigen Frühjahre auf-
gelösten Bergsteigergesellschaft „Alpenblüte“, einer
Sektion des kath. Arbeitervereines in Innsbruck, haben
sich wieder zusammengefunden und sich als selbstän-
digen Verein ,Kath. alpiner Verein Bergsöhne Inns-
bruck“ konstituiert, nachdem die Satzungen von der
Statthalterei genehmigt worden waren. Die „Berg-
söhne“ sind deshalb mit der neugegründeten Sektion
„Alpenblüte“ nicht identisch. Der ehemalige Aus-
schuß der „Alpenblüte“, der sich aus langjährigen
alten Mitgliedern zusammmsetzte, wurde wieder ge-
wählt. Der Verein zählt heute bereits 25 ausübende
Mitglieder und ein beitragendes.
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19090917&query=%22bergs%c3%b6hne%22&ref=anno-search&seite=8
Ursprünglich hieß der Sonnenburger Hof ganz anders, nämlich Hotel Plateau, was ich hier noch nirgends gelesen habe: Vgl. dazu dieses Inserat von 1907:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oat&datum=1907&page=269&size=45
Ja, das Gleis der Stubaitalbahn ist interessant, besonders wenn man es mit dem stark retuschierten Reklamebild in der Alpenzeitung von 1907 vergleicht. In diesem Artikel sieht man auch den mit prächtigen Wandmalereien geschmückten Salon des Hotels. Möglicherweise stammen diese Malereien im Inneren ebenfalls vom Maler Raffael Thaler, welcher bekanntlich im Hause Pradler Straße 32 sein Atelier hatte:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oat&datum=19070108&query=((text:%22sonnenburger+hof%22))&ref=anno-search&seite=6
Die Stutzen gehören zum Fresko des Freiheitskämpfers Peter Mayr, Wirt an der Mahr. Links davon und nicht mehr im Bild befindet sich das Fresko des Michael Pfurtscheller vulgo Grander Michel aus Fulpmes, dessen direkter Nachfahre ich bin.
In Innsbruck und Umgebung gibt es vermutlich hunderte bis tausende Nachfahren des Grander Michel.
Vielen Dank für diese wunderbar frühe und seltene Aufnahme dieses schönen Bahnhofgebäudes!
Von Interesse ist die Bezeichnung „k.k. Staatsbahnhof Wilten-Innsbruck“ als Doppelname – anno 1907 gab es im Innsbrucker Gemeinderat nämlich eine sehr hitzige Debatte, ob man diesen neuen Bahnhof „Staatsbahnhof Wilten“ oder „Staatsbahnhof Innsbruck“ nennen soll. Am Ende scheint man sich kulanterweise auf den Doppelnamen Wilten-Innsbruck geeinigt zu haben, um beide Streitteile zufrieden zu stellen.
Baumeister Fritz berichtete im Juni 1907 zudem, dass er den schon in Mörtel ausgeführten Namen „Wilten“ auf dem neuen Stationsgebäude über den Anordnung des Staatsbahndirektors wieder wegnehmen musste. Die Staatsbahn war gegen die Bezeichnung „Wilten“, weil Wilten als eigenständige Gemeinde nicht mehr existierte.
Auf dieser Ansichtskarte ist die Inschrift „Wilten“ direkt unterhalb der Bahnhofsuhr noch gut zu erkennen, sodass die Aufnahme sicherlich vor Juni 1907 aufgenommen wurde.
Link: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19070607&query=%22Staatsbahnhof+wilten%22~10&ref=anno-search&seite=5
Das Haus wurde vor ein paar Jahren generalsaniert, der Anbau im Hof dürfte neu hinzugekommen sein und einen Lift enthalten.
Gerüst oder Geländer? Gerüste waren damals eigentlich eine Rundholz oder Bretterkonstruktion. Ich tendiere eher zur Interpretation Geländer, obwohl man rechts und links spielend herunterkugeln könnte.
Die über die Dachkante hinausragenden Rundbogenelemente wurden irgendwann einmal abgetragen. Vielleicht waren sie ein den Denkmalschutz übersteuerndes Sicherheitsproblem.
Gerne, Herr Roilo! Vielen Dank auch für Ihre Pradl-Kommentare, die immer sehr spannend zu lesen sind!
Laut dem Innsbrucker Adressbuch von 1938 gehörte das Haus Pradler Straße 55 damals bereits einer Stauder Sophie. Vermutlich hat die Familie Stauder die Liegenschaft aus der Konkursmasse der Iwa herausgekauft oder ersteigert. Genaueres ist mir jedoch nicht bekannt.
Nochmals danke, Herr Auer, diesmal für das Kompliment!
Ich habe über Stauder noch etwas zu berichten, werde das aber auf https://innsbruck-erinnert.at/eine-sehr-harte-nuss/ verlegen, da passt es besser hin
Die Architektur des Hauses Mandelsbergerstraße 7 ist für Innsbruck etwas ganz Besonderes, weshalb das Gebäude unter Denkmalschutz steht.
Im Tiroler Kunstkataster findet sich dazu folgender Eintrag:
„Erbaut 1907 für den Beamten-Konsumverein. Durch den deutlichen Einfluss des Wiener Jugendstils, insbesondere der Architektur Otto Wagners, bedeutendes Wohnhaus. Die sechsachsige Fassade dreigeteilt, die Außenachsen (in der rechten Einfahrtsportal) mit balkon bekrönten Breiterkern geschmückt und durch breite Pilaster abgesetzt. Darüber ein vordachartiges, an der Unterseite kassettiertes Abschlussgesims. Die Achsen im Mittelteil zu Zweiergruppen geordnet. Das hohe, leichtgeböschte Erdgeschoß mit Diamantquadern im Mittelteil und geböschter Bänderung an den Pfeilern plastisch durchgebildet. An Brüstungen und Pilastern sparsamer, secessionistisch stilisierter Stuckdekor,an den Fenstern dekorative schmiedeeiserne Blumenkörbe. Im Inneren Treppe mit Jugendstil-Schmiedeeisengeländer“ Quelle: Tiroler Kataster Inventarnummer 68846
Danke, Herr Auer, für diese ausführlichen und interessanten Kommentare. Natürlich habe ich mich sofort auf den Zusammenhang mit Pradlerstraße 55 gestürzt. Hier befindet sich jetzt ja das Obst- und Gemüse Fachgeschäft Stauder, welches in meiner Zeit noch in der Pradlerstraße 4 angesiedelt war. Ich muss mich da noch etwas schlau machen.
Laut Bombenkataster gab es in der Kochstraße vier Einschläge, laut M. Svehla war das Haus Nr. 8 ein Totalschaden (15.12.1943, also schon beim ersten Bombenangriff auf Innsbruck), Wiederaufbau 1952
Zur Geschichte des Hauses Mandelsbergerstraße 7 ist interessant, dass dieses um 1930 der Innsbrucker Wirtschaftsvereinigung der öffentlichen Angestellten, kurz Iwa gehörte.
Die Iwa entstand 1920 durch die Fusion des Lebensmittellagers für Staatsangestellte mit dem Beamtenkonsumverein.
Die Iwa betrieb für ihre Mitglieder ein Lebensmittellager, eine Textil- und Schuhabteilung, eine Bäckerei und sogar eine Gemeinschaftsküche.
Der Realitätenbesitz der Iwa umfasste die Andreas-Hofer-Straße 15 mit Stöcklgebäude, Mandelsbergerstraße 7 mit Bäckereitrakt, 2 Stöcklgebäuden und 2000 qm !! unverbauten Grund sowie die Pradler Straße 55 samt Magazin – heute wäre das ein millionenschwerer Besitz.
1934 musste die Iwa jedoch Ausgleich anmelden, wie diesem zeitgeschichtlich aufschlussreichen Zeitungsartikel zu entnehmen ist:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19340424&query=%22MANDELSBERGERSTRA%c3%9fe+7%22&ref=anno-search&seite=5
Wegen dieser Stille konnten wir Kinder anfangs noch mit dem Kinderroller auf der Straße fahren. Das Foto ist allerdings bald einmal nach dem Krieg entstanden. Bombentreffer gab es in der Mandelsbergerstraße keine, nur das Fischler Stöckl hats erwischt.
Der Fotograf stand mit dem Rücken zur späteren Berufsschule, die lange Jahre als Ziegelrohbau herumgestanden ist. Damals diente sie als Kaserne für die Franzosen. Rechts sieht man ein Wachehäuschen.
Die pompöse Betonkonstruktion über den Fenstern und Balkonen im letzten Stock besteht heute noch. Die große Auslage links gehört der Gemischtwarenhandlung der Maria Viertler, wohin ich später einkaufen geschickt worden bin. Ganz ein wenig am linken Rand sieht man dann noch mein Geburtshaus (naja, ab 1 Woche alt) Ecke Völserstraße mit dem Restaurant Niedermayr im Erdgeschoß .
Wenn man die Karte der Bombardierungen 1943 – 1945 auf https://hik.tirol.gv.at/?basemap=bm0&category=Detailkarten_georef&scale=9027.9954667531¢erx=1267044.1781784¢ery=5984085.48431378¢erspatial=102100&map=332
anschaut (und wenn sie auch stimmt, was nicht immer der Fall ist!), dann fielen in der Mandelsbergerstraße zwei Bomben. Es schaut sogar aus, als ob es das Haus 5 und 7 erwischt hätte!
Ergänzend sei nochmals auf das Haus mit den Betonbaldachinen zurückgekommen. Es ist das einzige seiner Bauart nicht nur in der Straße, sondern auch in der weiteren Umgebung. Kennt jemand weitere Beispiele, vielleicht in Pradl?
Es ist auch das einzige Haus auf dieser Straßenseite mit einer großen Durchfahrt (im Schatten schlecht zu sehen) durch die man auch zum Fischler gelangte. Auf der anderen Straßenseite gab es noch eine zweite, allerdings verschlossene Einfahrt neben dem Fleischer Faisthuber gegenüber dem Viertler. So praktisch wie selten, sie verbrauchten schließlich den Platz einer kleinen Wohnung.
Sehr interessant, dieses Haus mit den Baldachinen (Mandelsbergerstraße Nr.7). Ich weiß auf die Schnelle in Pradl nichts Ähnliches. Ist das am Mittelbaldachin ein Gerüst! Oder? Auch die Hofseite ist anders wie bei den anderen Häusern: Ein weit herausgezogenes Stiegenhaus, etwa sogar mit Lift?
Na, die Baugeräte wären doch auch eine Erwähnung wert. Diese Ungetüme von Mischmaschine standen zusammen mit einem Zementsilo überall wo Beton gebraucht wurde. Der Sand wurde, wie man am Bild sieht, direkt vor den Schlund der Maschine gekippt. Der am Sandhaufen liegende elektrisch betriebene Schlitten mit Seilzug erleichterte die Befüllung. Mit der Erfindung des Lieferbetons sind die Großmischer noch in den späteren 60er Jahren sehr schnell von der Bildfläche verschwunden.
Es geht sogar noch weiter: Auf dieser Baustelle hatte man noch gar keinen Zementsilo! Die Zementsäcke liegen schön gestapelt und vor Feuchtigkeit geschützt links neben der Haustüre, es sind sogar noch die 50 kg Säcke (Perlmooser kann man lesen, also aus Kirchbichl). Dass sie schon auf Holzpaletten liegen und dass es schon einen Kran gibt (man sieht das Doppelseil und den Kranhacken rechts von der Mischmaschine) ist schon ein Fortschritt! Noch früher wurden die Säcke im Zementwerk einzeln auf LKW verladen und einzeln auf der Baustelle abgeladen!
Die Zementsäcke mussten aber auch hier noch händisch in den Aufzugkübel entleert werden, die Menge richtete sich nach der Größe des Mischers und der gewünschten Betongüte.
Ich weiß noch gut, als die ersten Schrapper auftauchten, ein weiterer Fortschritt! Vorher wurde der Betonschotter auch noch mittels Schaufel in den Aufzugkübel geworfen!
In einem Eintrag in https://innsbruck-erinnert.at/kraftwerk-muehlau/ habe ich geschildert, wie es mir während meiner Ferialpraxis im Jahre 1953 mit so einer Betonmischmaschine ergangen ist.
From Manfred Roilo on Weihnachtlicher Sensationsfund
Go to comment2020/12/26 at 11:53 am
From Markus A. on Ho, ho, ho...
Go to comment2020/12/25 at 9:54 pm
From Elmar Berktold on Geplante Obsoleszenz
Go to comment2020/12/25 at 9:31 pm
From Manfred Roilo on Geplante Obsoleszenz
Go to comment2023/04/28 at 7:41 pm
From Elmar Berktold on Wieder einmal einfach ein schönes Bild
Go to comment2020/12/25 at 9:17 pm
From Elmar Berktold on Ho, ho, ho...
Go to comment2020/12/25 at 9:09 pm
From Joachim Bürgschwentner on Frohe(?) Weihnachten: Mit den Augen des unbekannten Fotografen XXII
Go to comment2020/12/25 at 9:09 pm
From Josef Auer on Frohe(?) Weihnachten: Mit den Augen des unbekannten Fotografen XXII
Go to comment2020/12/26 at 9:08 am
From Joachim Bürgschwentner on Ho, ho, ho...
Go to comment2020/12/25 at 8:55 pm
From Josef Auer on Frohe(?) Weihnachten: Mit den Augen des unbekannten Fotografen XXII
Go to comment2020/12/25 at 6:39 pm
From Josef Auer on Frohe(?) Weihnachten: Mit den Augen des unbekannten Fotografen XXII
Go to comment2020/12/25 at 6:26 pm
From Karl Hirsch on Das zerstörte Templ
Go to comment2020/12/25 at 4:05 pm
From Manfred Roilo on Das zerstörte Templ
Go to comment2020/12/25 at 6:35 pm
From Markus A. on Ho, ho, ho...
Go to comment2020/12/25 at 12:27 pm
From Barbara Entstrasser on Ho, ho, ho...
Go to comment2020/12/25 at 11:34 am
From Markus A. on Ho, ho, ho...
Go to comment2020/12/25 at 11:17 am
From Josef Auer on Ein Gruß nach Italien
Go to comment2020/12/25 at 8:53 am
From Elmar Berktold on Ein Gruß nach Italien
Go to comment2020/12/24 at 10:38 pm
From Grutschnig didi on Der k. k. Landeshauptschießstand Mariahilf
Go to comment2020/12/24 at 6:56 pm
From Karl Hirsch on O Tannenbaum
Go to comment2020/12/24 at 12:06 pm
From Josef Auer on O Tannenbaum
Go to comment2020/12/24 at 9:21 am
From Josef Auer on Ein leuchtendes Rätsel
Go to comment2020/12/23 at 9:35 pm
From Martin Schönherr on Bergsöhne – und die Töchter? - I
Go to comment2020/12/23 at 9:29 pm
From Martin Schönherr on Ein echte Herausforderung?
Go to comment2020/12/23 at 9:18 pm
From Manfred Roilo on Ein leuchtendes Rätsel
Go to comment2020/12/23 at 9:07 pm
From Manfred Roilo on Andersherum...
Go to comment2020/12/23 at 6:54 pm
From Manfred Roilo on Andersherum...
Go to comment2020/12/23 at 6:48 pm
From Manfred Roilo on Andersherum...
Go to comment2020/12/23 at 11:18 pm
From Karl Hirsch on Andersherum...
Go to comment2020/12/23 at 8:30 pm
From Alois Muglach on Andersherum...
Go to comment2020/12/23 at 5:59 pm
From Elmar Berktold on Was ist denn das?
Go to comment2020/12/23 at 5:52 pm
From Pension heis on Ein echte Herausforderung?
Go to comment2020/12/23 at 5:25 pm
From Karl Hirsch on Andersherum...
Go to comment2020/12/23 at 4:35 pm
From Alois Muglach on Andersherum...
Go to comment2020/12/23 at 2:16 pm
From Joachim Bürgschwentner on Ein Trio und ein Dutzend Fragen: Mit den Augen des unbekannten Fotografen XX
Go to comment2020/12/23 at 11:45 am
From Manfred Roilo on Eine sehr harte Nuss!!
Go to comment2020/12/23 at 8:21 am
From Josef Auer on Bergsöhne – und die Töchter? - I
Go to comment2020/12/22 at 10:13 pm
From Josef Auer on Bergsöhne – und die Töchter? - I
Go to comment2020/12/22 at 10:03 pm
From Josef Auer on Bergsöhne – und die Töchter? - I
Go to comment2020/12/22 at 10:02 pm
From Josef Auer on Achtung Hochspannung
Go to comment2020/12/22 at 9:52 pm
From Josef Auer on Achtung Hochspannung
Go to comment2020/12/22 at 9:47 pm
From Josef Auer on Achtung Hochspannung
Go to comment2020/12/22 at 8:09 pm
From Manfred Roilo on Achtung Hochspannung
Go to comment2020/12/22 at 9:15 pm
From Manfred Roilo on Achtung Hochspannung
Go to comment2020/12/22 at 8:57 pm
From Josef Auer on Achtung Hochspannung
Go to comment2020/12/22 at 8:00 pm
From Josef Auer on Vorsicht, Bahnsteig 1
Go to comment2020/12/22 at 6:58 pm
From Manfred Roilo on Ein Trio und ein Dutzend Fragen: Mit den Augen des unbekannten Fotografen XX
Go to comment2020/12/22 at 5:22 pm
From Karl Hirsch on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 5:02 pm
From Josef Auer on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 4:18 pm
From Manfred Roilo on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 9:29 pm
From Josef Auer on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 10:44 am
From Manfred Roilo on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 12:57 pm
From Manfred Roilo on Unterwegs mit Pfarrer Göhlert XXI
Go to comment2020/12/22 at 10:39 am
From Josef Auer on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 10:34 am
From Karl Hirsch on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 9:16 am
From Manfred Roilo on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 4:55 pm
From Karl Hirsch on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 9:57 am
From Manfred Roilo on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/22 at 10:23 am
From Manfred Roilo on Fast schon wieder heile Welt
Go to comment2020/12/21 at 10:17 pm
From Manfred Roilo on Zeughauskino?
Go to comment2020/12/21 at 8:25 pm
From Karl Hirsch on Johannes 14:2
Go to comment2020/12/21 at 8:15 pm
From Manfred Roilo on Johannes 14:2
Go to comment2020/12/21 at 10:02 pm
From Manfred Roilo on Johannes 14:2
Go to comment2020/12/21 at 10:33 pm
From Pension heis on Zeughauskino?
Go to comment2020/12/21 at 5:19 pm