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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Viller Vogelhütten 2

Viller Vogelhütten 2

Bei der zweiten Vogelhütte in Vill handelt es sich um den Grillhof. Vielen Bediensteten von Stadt und Land ist dieser vor allem als Ausbildungszentrum bekannt. Um das 1961 errichtete Volksbildungsheim soll es heute allerdings nicht gehen – dieses wurde bereits von meiner Kollegin behandelt: Volksbildung hoch über Innsbruck – Innsbruck erinnert sich.

Der ursprüngliche Grillhof – die eigentliche Vogelhütte – wurde 1494 vom landesfürstlichen Vogler Sigmund Grill errichtet, der dem Hof auch seinen Namen gab. Aus dieser Zeit sind mehrere Urkunden zu Zins- und Pachtverhältnissen erhalten. So musste Grill jährlich acht Pfund Geld sowie 20 Eier als Grundzins an das landesfürstliche Propsteiamt entrichten.

Ein wichtiger Abnehmer der gefangenen Vögel war die Hofküche, insbesondere jener Tiere, die mit Leim gefangen wurden. Für die Vögel, die nicht (sofort) in der Küche landeten, standen fünf Vogelwände und 45 Vogelhäuser zur Verfügung.

Neben dem Vogelfang gehörte es auch zu den Aufgaben des Pächters, die wilden Tiere zu versorgen und sie vor unerlaubter Jagd zu schützen.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Grillhof mehrfach sowohl den Pächter als auch den Besitzer. Als der damalige Eigentümer 1931 ohne direkte Nachkommen verstarb, widmet er den Grillhof einem Jugendheim. Nachdem dann die Hitlerjugend – als einzige erlaubte Jugendorganisation – Ansprüche auf das Haus erhebt, übernimmt 1952 das Rote Kreuz und nutzt es als Jugendrotkreuzzentrum, bis dann schließlich das Volksbildungsheim 1962 entsteht.

Das Foto zeigt den Grillhof im Jahr 1959 – also kurz vor seiner Neuerrichtung.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-37954)

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