Ein verhängnisvolles Duell
Im Jahr 1913 fand in Innsbruck ein Duell zwischen zwei Militärangehörigen statt. Der Vorfall erregte großes mediales Aufsehen, mehrere regionale und überregionale Tageszeitungen berichteten darüber. So erschien in der Welser Zeitung am 1. Oktober 1913 folgender Artikel: „Ein Duell-Skandal in Innsbruck. Ein unerhörter Duell-Skandal hat sich, wie der „Allg. Tiroler Anzeiger“ meldet, vor kurzer Zeit hier in Innsbruck ereignet. Es fand nämlich ein Pistolen-Duell zwischen einem Einjährig-Freiwilligen und einem Oberleutnant statt. Dieser Duell-Skandal hat eine sehr bezeichnende Vorgeschichte. Tatsache ist es, daß dieser Herr Oberleutnant seit langer Zeit den Einjährig-Freiwilligen in gehässigster Weise behandelte und bei der Offiziersversammlung auch dagegen stimmte, daß der Einjährig-Freiwillige für die Offizierscharge für geeignet erachtet wurde. Der betreffende Oberleutnant wurde eines Tages zu einer anderen Kompanie versetzt und der Einjährig-Freiwillige glaubte nun vor seinen Nachstellungen Ruhe zu haben, aber auch dann hörte der Oberleutnant nicht auf, zu intrigieren. Eines Tages kamen die beiden zusammen, es entstand zwischen ihnen ein heftiger Wortwechsel, in dessen Verlauf der Oberleutnant dem Einjährig-Freiwilligen eine Ohrfeige gab. Das Ende dieser Skandalgeschichte bestand darin, daß unter den härtesten Bedingungen, auf die Distanz von 15 Schritten bis zur Kampfunfähigkeit, ein Pistolenduell vereinbart wurde. Beim zweiten Pistolenschuß des Einjährig-Freiwilligen stürzte der Oberleutnant in die Lunge getroffen halbtot zusammen.“
Am 4. November 1917 erließ Kaiser Karl I. ein rigoroses Duellverbot.
Das Titelbild (Symbolbild) zeigt eine Werbeeinschaltung der Firma Richard Mahrholdt, die in der Leopoldstraße Nummer 10 ihr Geschäftslokal hatte. Die Anzeige ist in der Zeitschrift „Tiroler Hochland“ im Jahr 1920 erschienen.
(Stadtarchiv Innsbruck, FW-M-863-1)