Auf der Schweinfurter Hütte
Ich bin immer wieder ganz erstaunt, wie unglaublich groß in den Weiten des Stadtarchiv-Bestandes der Fundus an Hütten und Bergaufnahmen ist. Immerhin musste man ja doch das Foto-Equipment überall mit raufschleppen.
In diesem Falle sind wir auf einer Hütte, die aber relativ gut erschlossen ist: Die Schweinfurter Hütte. Von Niederthai (Ortschaft Gem. Umhausen) erreicht man diese relativ bequem in ca. 1,5 Stunden Fußmarsch.
Die Anfänge der Hütte gehen in das Jahr 1912 zurück, diese wurde ursprünglich als Jagdhütte erbaut. Schon damals war – in Zusammenhang mit der Anlegung des Weges – eine Vereinbarung getroffen worden, dass Bergsteiger dort unterkommen kommen können. Schließlich kam es in den frühen 1920er-Jahren zur Erwerb der Hütte durch die Sektion Guben und im Jahr 1930 erfolgte ein Erweiterungsbau.
Interessant ist insbesondere der Werdegang der Hüttenverwaltung nach dem Zweiten Weltkrieg. Denn durch das Potsdamer Abkommen fiel ein Großteil des Gebiets Guben in polnisches Verwaltungsgebiet und der Rest in das Staatsgebiet der DDR. Ausreiseverbote aus dem Staatsgebiet führte dazu, dass die Hütte von dieser Sektion nicht mehr betreut werden konnte. Daher wurde ab 1956 durch das DAV-Präsidium die Verbindung zur Schweinfurter Sektion hergestellt, die im darauffolgenden Jahr die Patenschaft der Hütte übernahm – daher entstand der Name Guben-Schweinfurter Hütte. Diesen Namen behielt sie bis im Juli 2008 bei, mittlerweile ist sie als „Schweinfurter Hütte“ bekannt.

Die Bilder unserer Riehe aus dem Fotoplatten-Bestand Oberhaidinger/Much Heiss sind nicht datiert. Wir finden beide Bezeichnungen „Gubener Hütte“ und „Guben-Schweinfurter Hütte“, was uns einen Hinweis auf die Datierung des jeweiligen Bildes bietet.
(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-Pl-15178, Ph-Pl-15179)
Die Fotos wurden eventuell für die Section nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaues angefertigt .
Bergwandertip für Personen welche mit Öffis unterwegs sind:
Mit Postbus von Innsbruck durchs Sellrain bis Kühtai, von dort hinauf zur Drei-Seen-Hütte, weiter entlang des Finstertaler Speichers zur Finstertaler Scharte, und übergehen (hinten hinunter) bis zur Schweinfurter Hütte,-Übernachtung.
Von dort hinaus zum Bergweiler Niederthai und den Wasserfall-Schauweg des Stuibenfalles hinunter bis zu dessen Sohle, weiter zum Ötzidorf mit angeschlossener Falknerei und Badesee. Von Umhausen mit dem Postbus wieder retour nach Innsbruck.