Unentdeckte Schätze
Vor einiger Zeit wurde hier einmal über eine kleine Münzsammlung berichtet, die im Stadtarchiv aufgetaucht ist. Kürzlich bin ich in unserem Archivsystem über eine Münze gestolpert, die schon 2020 zufällig bei uns gefunden wurde. Laut dem Eintrag ist sie damals einfach aus einer Buchschachtel gefallen – anscheinend müssen wir alle Objekte einmal ordentlich durchschütteln, wenn sie ins Archiv kommen, wer weiß was uns da alles entgeht…
Es handelt sich um eine Gedenkmünze, mit der sich Maria Theresie ihrer Verdienste um die Schulbildung in ihrem Reich rühmte. Eine Seite wird vom Konterfei ihrer Majestät geziert, mit der Rundschrift M(aria) Theresia Aug(usta) Mater Scientiar(um) Bonarumq(ue) Artium – Kaiserin Maria Theresia, Mutter der Wissenschaften und schönen Künste. Die andere zeigt Minerva, die römische Göttin der Weisheit, beim Aushändigen von Büchern an junge Schüler, umrahmt von der Schrift Minervae Pacificae Providentia – die Vorsehung der friedfertigen Minerva. Am unteren Rand ist dann noch zu lesen Humanitatis Studiis instauratis – nachdem die Geisteswissenschaften erneuert wurden. Etwas wundern wird man sich vielleicht bei der Jahreszahl CIƆIƆCCLXXIIII. Das kurios anmutende CIƆ formt einen Kreis mit einem Strich, wie ein griechisches Phi, was früher anstatt eines Ms als römisches Tausend verwendet wurde. Gleichsam steht IƆ für die Hälfte davon, 500 statt dem D. Gemeint ist also 1774, das Jahr in welchem die Allgemeine Schulordnung durch Maria Theresia erlassen wurde.
(Signatur Münze-15)