Glasplattenchic
Ich muss gestehen, ich habe eine gewisse Schwäche für Glasplattennegative. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Bildqualität diese oft über hundert Jahre alten Aufnahmen liefern können. Ein guter Scan bringt plötzlich Details zum Vorschein, die man auf einem Foto dieses Alters kaum erwarten würde, gestochen scharf und manchmal fast so, als wäre die Aufnahme erst gestern entstanden.
Unser heutiges Beispiel hat die Zeit allerdings nicht ganz unbeschadet überstanden. Flecken, Kratzer und andere Lagerungsschäden haben deutliche Spuren hinterlassen. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hat die Aufnahme für mich ihren ganz besonderen Reiz, auch wenn das Motiv schon oft in anderen Fotos zu sehen war.
Der Blick geht über Innsbruck und den Inn in Richtung Osten. Unten erkennt man die alte Kettenbrücke mit dem Kloster der Barmherzigen Schwestern, weiter hinten überspannt das Bahnviadukt das damals noch weitgehend unverbaute Gelände. Links sieht man die Weiherburg und die Maurerreste des ehemaligen jüdischen Friedhofes.
Es gäbe in dieser Aufnahme noch so viel mehr Erwähnenswertes zu entdecken, doch ist es wohl am schönsten die Aufnahme einfach in ihrer Gesamtheit zu genießen eintauchend in eine längst vergangene Zeit.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-PL-3073)