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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Orientalismus Und Odaliske

Orientalismus und Odaliske

Vor Kurzem bin ich zufällig in der umfangreichen Sammlung Sommer über dieses Bild gestolpert, das mit „Odaliske“ betitelt wurde. Odalisken waren Sklavinnen, meist aus dem Kaukasus, im Harem des osmanischen Sultans. In der Regel war das im 19. Jahrhundert beliebte Sujet der Odaliske ein dünn verschleierter Vorwand noch dünner verschleierte Frauen darzustellen. Die Kulisse des Harems bot dem Künstler die Möglichkeit, sich über die üblichen Grenzen der Sexualmoral seiner Gesellschaft ein wenig hinwegzusetzen, schließlich stellte man ja nur die verruchten Zustände am Bosporus dar (dennoch kam es manchmal zu Protesten, wenn diese Werke ausgestellt wurden). Tatsächlich wurden Odalisken so häufig auf diese Art dargestellt, dass der Begriff in der Malerei für jede „zurückgelehnte, nackte Frau“ verwendet werden konnte (auf die orientalische Bettwäsche hatte wahrscheinlich sowieso niemand geachtet…).

Somit muss man dem Herausgeber dieser Postkarte wohl zugutehalten, dass er erstaunlich zurückhaltend war.

(Signatur sommer-40_57

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