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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Ein Schweres Rätsel

Ein schweres Rätsel

Wir befinden uns im September 1979. Es handelt sich hier um ein besonderes Ereignis. Eines, das nicht jedes Jahr vorkommt. Wobei einige von Ihnen es vielleicht selbst erlebt haben. Wir stehen vor zwei Bögen, die (ja – richtig erkannt) aus der Altstadt stammen. Hier spielt sich eine ungewöhnliche Szene ab. Zwei Männer mit Publikum stehen vor einem gespannten Seil, an dem ein schweres Gewicht hängt. Der Zweck dieser Übung? Verraten Sie es mir! Eines kann ich Ihnen sagen: Nach einem Blick in die Datenbank wusste ich zwar, wo das Foto gemacht wurde und worum es sich hierbei handelt, der höhere Zweck blieb mir vorerst aber noch verborgen. Bis ich ein wenig Recherche zum Thema betrieben und herausgefunden habe, dass die Kugel höchstwahrscheinlich hohl ist und vermutlich nicht ansatzweise so schwer wie gedacht. Sie war auch schon einmal Nebendarstellerin in einem anderen Beitrag.

Sind sie mir einen Schritt voraus und wissen auch ohne Recherche, wofür dieses vielleicht doch nicht so schwere Rätsel gut ist? Und wer sind eigentlich die zwei Herrschaften, von denen einer mit dem Ding scheinbar auch nicht viel anzufangen weiß?

(Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck, Ph-14379)

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare
  1. Oder eher zur Restaurierung abmontiert. Die deutlichen „Detschen“, die auch die Dichtigkeit der Kugel gefährden, sind sicher vor der Wiedermontage „ausgedetscht“ worden, oder die Kugel wurde komplett erneuert, wie es bei einer Restaurierung auch Sinn macht.
    https://c8.alamy.com/comp/A1749X/innsbruck-city-tower-A1749X.jpg

    Ein Foto von der Demontage oder Montage wäre sicher interessanter als die Ankunft am Boden. Der neben dem einzig arbeitenden Menschen hands-down herumstehende Mann mit der üppigen Dauerwelle hat natürlich auch gearbeitet, ich vermute in seiner Funktion als offizieller Kulturbeauftragter. Kennt ihn wer?

    Nicht ganz klar ist mir die genaue Örtlichkeit des Geschehens. Ja, die Lauben, aber wo verschneiden sie sich in diesem Winkel?

    1. Manche Antworten erhält man unverhofft einfach. Danke Herr Roilo, ich kann mich an diesen Beitrag überhaupt nicht erinnern. Dabei hab ich damals sogar noch einen Kommentar abgegeben, mit der Frage, die mich immer noch interessiert: Was kam vor der Strickleiter?

  2. Herr Hirsch dürfte mit der These Abnahme zur Restaurierung recht haben.
    Aber woher kommen die Dullen. Turmkugeln weisen eher Einschüusslöcher auf.
    Der Herr mit Brille hat den typischen Beamtenblick…………….

  3. Der Kremser Kurt – Spenglermeister und Spezialist für (Kirch-) Türme steht direkt hinter der Kugel. Diese dürfte gerade von einem Turm – Stadtturm vielleicht – heruntergeschwebt sein und dem Kurt zur Restaurierung übergeben worden sein – mit solchen Dellen hätte die Meister Kremser niemals raufmontiert. Die Spenglerei Kremser befand sich in einem Hinterhof in der Andreas-Hofer-Straße, zwischen der Drogerie Wintersberger und dem Uhren Huber – schräg vis a vis war der Metzger Gruber…
    Die Spenglerei befindet sich heute noch dort und heißt Senn & Moll.

    1. Sie nennen lauter mir wohlbekannte Namen, Herr Lackner. Elektro Nemec fällt mir noch ein, und das Papiergeschäft Pittschieler. Vom alten Bestand erhalten geblieben sind noch jenseits der Schöpfstraße Musik Dubsek und der Sport Wolf. Der skurrile Antiquitätenladen war eine Nummer für sich.
      Namensgleichheit oder Verwandtschaft? Gab es nicht auch eine Bäckerei Lackner in der Nähe?

      1. Ja Herr Hirsch. Die Bäckerei habe ich 2003 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Ich bin im Haus Nr. 5 aufgewachsen und kann mich außer an die von Ihnen genannten noch an den Buchbinder Servis, Schneider Ferrari, GH Hellenstainer, Elektro Stainer, Sport Stenico, Tapezierer Walpoth mit Meinl am Eck vis a vis, Spirituosen Lauda, das Z 6 und andere erinnern. Da gäbe es einiges zu erzählen…

        1. Der lustige Blitz an der Eingangstür des Elektro Stainer ist bis heute erhalten geblieben.
          Den Metzgern ging es nicht anders als den Bäckern.
          Meine Mutter, die bis in die 70er beim Steuerberater Messing gearbeitet hat, hat sicher manchmal bei Ihnen Brot gekauft. Und beim Gruber das Fleisch.

          Einen Laden weiß ich noch; Das Kurzwarengeschäft mit den beiden herzlichen alten Damen.

          1. Es gab noch ein Kurzwarengeschäft – Andreas Hofer Straße 5 – in den 50-er Jahren: die Luise Prinoth, eine ältere Frau Südtiroler Abstammung, Andreas Hofer Straße 5. Sie trug im eher kleinen, eher finsteren Laden beim „Bedienen“ immer eine „Clothschürze“ (Baumwolle mit glänzend gemachter Oberfläche. Dasselbe – aber in Schwarz! – hatten auch Grundschullehrerinnen – und – und – und…) gerne an, da einigermaßen schmutzabweisend )
            Der „Bunte Laden“ wurde geführt von Frau Erika Pfeifer und ihrem Bruder. Ab und zu half auch ein fröhlicher Herr mit schwäbelndem Zungenschlag im Laden aus. Es hieß, er wohne bei Frau Pfeifer und Herrn Pfeifer zur Untermiete.
            Die Anschrift dieses „Bunten Laden“s war Andreas Hofer Str. 39.
            Ab ca Mitte der 550-er Jahre gab es noch den „Giggenbacher“, der ebenfalls Kurzwaren führte. Er übernahm dieses kleine Ladele von Frau Pfeifer, ca Mitte der 50er Jahre, und Frau Pfeifer eröffnete ein weit größeres Kurzwarengeschäft einige Häuser nördlich der Kreuzung A-Hofer-Str. – Fischergasse (jawohl! Damals noch „…gasse“!) mit einem großen Schaufenster im Querformat. Der Geschäftseingang war südlich des großen Schaufensters. Bald bedienste hier neben ihrer Mutter auch Frau Pfeifers Tochter – ich glaube, sie hieß Erika und war jünger als ich – und führte später auch das Geschäft weiter. Soviel zu zwei alten Damen. Also – welche Beschreibung trifft jetzt zu? Keine, gell.

          2. Frau Stephanek, bezüglich der Hausnummer 5 darf ich Sie korrigieren: ein Kurzwarengeschäft gab es da nie, dafür auf HNr 7, wo später (oder davor…) der Schneider Ferrari neben dem schmalen Café Christine drinnen war.
            Das Haus Nr 5 wurde ca 1920 von meinem Urgroßvater, einem aus dem Zillertal stammenden Weinhändler gekauft – bis auf den Liegenschaftsanteil der sich dort befindlichen Bäckerei Sadrawetz. Diesen wiederum haben meine Großeltern 1937 gekauft, wobei meine Großmutter aus der sich damals in der Innstraße befindlichen Bäckerei Auer stammt. Die Weinhandlung mitsamt den dazugehörigen Liegenschaftsanteilen wurde ca 1972 vom Steuerberater Dr. Messing gekauft, der Betrieb wird von dessen Enkel Werner Murr bis heute geführt. Die Liegenschaftsanteile der Bäckerei wurden 2004 an eine der Firmen von Werner Murr verkauft.
            Im Hof im linken Stöckelgebäude (rechtes Stöckel war die Weinhandlung) war neben der Backstube noch eine Wohnung sowie die Buchbinderei Milan Servis untergebracht und durch ein tragisches Unglück nur sehr kurz die Buchdruckerei dessen Sohnes Walter Servis. Später befand sich dann noch die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Hanspeter Ullmann im 1. Stock des Haupthauses.

          3. Ja – knapp vorbei ist auch daneben, gell!
            Aber bald war hier ab Mitte der 50-er in der Gegend ein Schaukasten der Büchergilde Gutenberg – mit einem schönen Buch, Großformat, über französische Impressionisten…
            Aber das ist eine andere Geschichte, gell.
            Danke für die Korrektur – auch das Adreßbuch 1957 kann sich einmal irren.
            „Ein fehlerfreies Buch gibt es nicht!“ behauptete mir gegenüber ein Journalist und Autor kleiner Stadtführer.
            Gell! Wie Recht er doch hatte,,,

  4. Ich bedanke mich herzlich für die zahlreichen Kommentare zu diesem Beitrag. Schon ganz zu Beginn hatten Sie die richtige Vermutung. Es handelt sich bei der Aufnahme laut Datenbank um das neuerliche Aufziehen der Turmkugel des Stadtturms. Diese wurde im Zuge von Restaurationsarbeiten 1978 abgenommen und erst im September 1979 wieder montiert. Dazu gibt es im Amtsblatt auch einen weiteren Artikel (https://amtsblatt.stadtarchiv-innsbruck.at/bild.php?id=5479&suchtext=stadtturm%20kugel) ergänzend zu jenem von Herrn Roilo . Darin steht auch, wie schwer diese Kugel nun wirklich ist: 21 Kilogramm. Außerdem stehen darin spannende Details zu ihrem Inhalt.
    Bezüglich der Person hinter der Kugel scheint Herr Lackner mit seiner Vermutung sehr richtig zu liegen. Vielen Dank für den wertvollen Beitrag, wir werden diese Information dankend in den Datensatz mit aufnehmen.

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