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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Der Mord Am Patscherkofel (I.)

Der Mord am Patscherkofel (I.)

Von Tatort über Law & Order und CSI bis hin zu Columbo und Monk war und ist die Fernsehlandschaft voll von Krimi-Serien. Aber der Mensch ist nicht erst seit dem Rundfunk morbide von Verbrechen fasziniert. Für den Großteil ihrer Geschichte waren Hinrichtungen öffentlich und zogen auch stets Besucher an. Die letzte öffentliche Hinrichtung in Innsbruck fand 1861 statt und wurde von rund 6.000 Menschen mitangesehen.

Fast ein Jahrhundert später, als die Zeit öffentlicher Hinrichtungen schon lange vorbei war, gab es dennoch ein Gedränge vor dem Tiroler Landesgericht: „Haben Sie zufällig eine Karte? Ich kauf sie Ihnen ab – ich lass mir’s was kosten!“ „Wissen Sie, wo man a Kartl noch kriegen kann?“ Gemeint waren die Zutrittskarten für den Gerichtssaal, die offensichtlich ein heiß begehrtes Gut darstellten. Die Innsbrucker wollten einen Blick auf den Mann erhaschen, der dort auf der Anklagebank saß.

Sein Name war Guido Zingerle, geboren am 3. September 1902, und damit zu jenem Zeitpunkt 51 Jahre alt. Er stand wegen Meuchelmord, Notzucht (Vergewaltigung) und Diebstahl vor Gericht.

(Das Landesgericht in den 1950er Jahren, Signatur Ph-A-24488-1-79)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Legende oder Wahrheit? Wie soll ich das wissen?
    Die „deutschsprachigen“ Südtiroler, die als „Italienische Staatsbürger“ optiert hatten und nach Innsbruck „herausgekommen“ waren – sie waren ab Mai 1945 zunächst STAATENLOS. Aber aus Südtirol kam doch die eine – oder andere – Nachricht „heraus“, daß es erforderlich wäre, wenn einer, seie es wegen rechtlicher oder familiärer Angelegenheiten, „hereinkäme“ nach Südtirol, um dies zu regeln…
    Und nach dem Mord am Patscherkofel hörte man im Bekanntenkreis: „Stell Dir vor – der, was ins damals „schwarz“ übern Brenner g’führt hat, in der Nacht, woasch wer des war? Des war ER, der Zingerle. Mei, ma woaß oft nit, in welcher G’fahr… und …. aber Gott sei Dank…!
    Und zweitens: Wahrheit – meine Schwiegermutter hat mir ein Wäschestück gezeigt, das geflickt war. „Das hat die Frau Zingerle damals geflickt“ „Die Frau von d e m Zingerle?“ „Ja! Die Frau von dem Zingerle…!“
    Sie scheint sich auf diese Art mühsam weitergebracht zu haben…
    Ebenfalls ein Opfer, auch wenn sie weiter“lebte“…

  2. Interessant, dass das schon 1953 war!
    Ich kann mich gut an die Warnungen in den späten 60er-Jahren erinnern, wenn jemand nächtens auf dunklen Wegen unterwegs sein mußte: „Sonst holt di der Zingerle!“

  3. Das Mordopfer vom Patscherkofel war die junge Engländerin Helen Munro.
    Sie wurde in Innsbruck am Westfriedhof beerdigt. Ihr Grab befindet sich an der Ostseite des Friedhofes.

    1. Das erste bewiesene Mordopfer von Guido Zingerle war die Südtirolerin Gertrud Kutin, sie war die Schwester vom ehemaligen
      SOS Kinderdorf Chef Helmut Kutin.

  4. Ich erinnere mich wie wir damals als Kinder, in einem Südtiroler Dorf „Zingerle“ gespielt haben. Einer der Buben war der Zingerle , der musste dann die Mädchen fangen.
    Was es mit dem Zingerle auf sich hatte wussten wir nicht , aber mit dem Spoel hatten wir bei den Erwachsenen Aufsehen erregt.

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