So viel!
Diese wunderbar unaufdringliche Aufnahme würde sowohl in die Rubrik der Eckhäuser als auch als Futter für die Autofreaks dienen. Aber beides würde diesem Foto nicht gerecht, das im Sinne der Ursprünge von „Innsbruck erinnert“ perfekt ist. Niko Hofinger wollte schon ganz am Anfang der Corona-Zeit die Menschen in Innsbruck virtuell spazieren gehen lassen. Aber nicht zu den Denkmälern und Sehenswürdigkeiten, sondern in die Gassen, die sonst nie beachtet werden. Leider gibt es davon auch wenige Fotos. Noch weniger so fesche wie dieses.
Was erkennen wir an Unternehmen: Neben dem Eingang von J(osef?) Ebner wirbt ein Schaufenster mit Foto-Zubehör. Im nächsten Haus arbeitet ein Herrmann Höck (?). Wenn wir das Schild als Breze interpretieren, dann wird es ein Bäcker gewesen sein. Links, das Cafe Witlaner (?) sagt mir nix. Immerhin ist es nicht nur ein Café, wobei Kaffee vermutlich nicht das Hauptgetränk war, sondern vermutlich eine Institution. Immerhin finden wir zahlreiche Werbeschilder wie von der Firma Underberg. Ich glaube, man nennt das Magenbitter. Keine Ahnung, was das ist.
Und schlussendlich haben die Auto-Freaks wieder etwas zu tun.
Aber eigentlich hoffe ich, dass ich mit meinem Unwissen über die Gegend ein paar Jugenderinnerungen lostreten kann und wir bald mit Erinnerungen, Namen und Geschichten unterhalten werden.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-7354)
Das Cafe wurde irgendwann von einer Frau Gangl betrieben. Das muss so in der ersten Hälfte der 70er gewesen sein. In der Zeit bin ich Taxi gefahren und habe regelmäßig die Damen der Villa Maxim/Haida dort abgeholt oder hingebracht. Später war es eine Zeitlang als „Cafe Papillon“ geführt, aber ich glaube, nicht sehr lange.
Der Fredl, Wirt vom Papillon, war ein netter Kerl. Angeblich hat er sich das Leben genommen.