Ein bayrischer Verdienst
Kürzlich bin ich auf dieser Verleihungsurkunde für den Verdienstorden der Bayerischen Krone an den Innsbrucker Professor Wildauer gestoßen. In dem Schreiben ist nicht aufgeführt, wofür er diesen Orden erhielt, also habe ich den Geehrten in der Deutschen Biographie nachgeschlagen und die dort festgehaltene Geschichte konnte ich Ihnen nicht vorenthalten.
Es stellt sich heraus, dass er hat 1862 nicht nur einen, sondern zwei Orden verliehen bekommen hat. Den ersten, den Orden der Eisernen Krone III. Klasse, verlieh im Kaiser Franz Joseph. Auf dem Frankfurter Schützenfest hatte ein Teilnehmer die Deutschösterreicher als „Schmerzenskinder“ Deutschlands bezeichnet, woraufhin sich Wildauer zu einer spontanen Rede zur Verteidigung seines Vaterlandes erhob. „In Anerkennung seines in mannhafter Rede bewiesenen Patriotismus“ wurde ihm daraufhin der genannte Orden verliehen, womit er in den Ritterstand erhoben und fortan Tobias Wildauer von Wildhausen genannt wurde. Die Geschichte wird aber noch besser: Auf seiner Rückreise von Frankfurt machte er in München halt, wo er in der Westendhalle „ausgleichend“ einen Trinkspruch auf die „großdeutsche Mission“ Bayerns ausbrachte. Für diesen Trinkspruch war es nun, dass er seinen zweiten Orden im Juli 1862 erhielt, diesmal vom bayrischen König, Maximilian II. Joseph. Schon über die erste Verleihung musste man schmunzeln, aber die Verleihung eines königlichen Verdienstordens für einen Trinkspruch ist noch eine Stufe darüber.
(Signatur VO-1320)