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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Was Sagen Uns Die Sterne?

Was sagen uns die Sterne?

Diese Frage stellte sich irgendwann ein/e uns (noch) unbekannte/r Innsbrucker/in. Irgendwann, das war vermutlich zwischen den 1920er- und 1960er-Jahren. Zumindest würde ich das aufgrund des handschriftlich im Mittelkreis vermerkten Geburtsdatums 1894 schätzen. Papier und Kopie seht mir eher nach der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus.

Nun gäbe es dazu zwei spannende Fragen zu klären:

Erste Frage für die Sterndeuter:innen: Was sagen uns die Sterne hier eigentlich? Ich weiß ja nicht einmal, wo bei diesem Horoskop eigentlich unten und oben ist. Ich nehme einfach einmal an, dass es so stimmt, denn dann stehen das Zeichen für männlich und weiblich richtig – das sind die einzigen, die ich kenne. Das erste links oben und das letzte rechts unten gibt es auch auf Waschanleitungen glaube ich, aber hier bedeuten sie wohl was anderes. Also, kann jemand erhellen, was die Sterne hier über den Charakter oder das Leben der betreffenden Person verraten?

Zweite Frage für die Papiertiger: Wer steht denn im Zentrum dieses Horoskops? Im Mittelkreis sind ja sehr detailreiche Informationen enthalten: „J. M. geb. 1. Juli 1894 9h abends in Innsbruck“. Das muss doch eigentlich eindeutig zuordenbar sein, oder? Ich denke da an ein, zwei unter Ihnen, für die mir dieses Rätsel genau das Richtige zu sein scheint. 🙂

Aber da an diesem Wochenende wirklich schönes Wetter angesagt ist, genießen Sie bitte erst einmal die Sonne, lassen Sie sich Zeit, es eilt nicht!

(Stadtarchiv Innsbruck, FW-G-186)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. https://postimg.cc/pmGWkDmM

    zeigt die Namen der eingezeichneten Himmelskörper, d.h. Sonne und Planeten. Pluto fehlt, entweder war er noch nicht entdeckt, oder die Astrologen (haben nichts, aber rein gar nichts mit den Astronomen gemeinsam) sind sich noch nicht betreffend seiner Einwirkungen auf den Menschen klar gewesen.

    Als promovierter Astronomiestudent lehne ich derlei Hokus Pokus ab. Haarsträubend, sowas.

    Ich weiß nur soviel, dass es auf die STellung der Sonne im Tierkreis ankommt, und auf den Aszendenten, das ist das zur Geburtsstunde gerade über dem Horizont aufsteigende (ascendens) STernbild. Die hier astrologisch berechnete Person war vom Sternzeichen ein Krebs mit Ascendent Steinbock. Eine Stunde später wär man schon mit dem launischen Wassermann durmischt gewesen.
    Dazu kommen noch die Einflüsse der anderen Planeten, was auch immer das für Kräfte sein sollten. Haarsträubend.
    Die Planeten und die Sonne sind winkelbezogen eingetragen, nicht nach der Sichtbarkeit am Himmel. Und auf welche Winkel bezog man sich? Auf die uralten 2000 Jahre alten Sternbildpositionen der Sterne im Koordinatensystem. Das zeigt aber wegen der Präzession der Erdachse jetzt auf andere Sterne als damals. Man hat das nie korrigiert, und so haben wir einen astronomischen richtigen Tierkreis und einen historischen nicht mehr gültigen. Aber wurscht, es steckt eh nichts dahinter. Es ist auch egal, dass die wissenschaftlichen Sternbildgrenzen verschiedene Maße haben, man wäre viel länger Löwe als Waage (hier Wage), außerdem gastiert die Sonne kurz im Sternbild Schlangenträger, wo sie sich astrologisch ohne Portefeuille von ihrer sterndeuterischen Pflichten beurlauben kann uws usw usw…aber wurscht, es steckt eh nichts dahinter.

    Was das Treppenkästchen bedeutet weiß ich nicht. Anscheinend eine Planetenmatrix

  2. Das Unwissen um das Planetenkastl hat mich zum Schwindelzettel greifen lassen: Es handelt sich um eine sogenannte Aspektmatrix, die die gegenseitigen Einflüsse der Planeten darstellt. Die pfuschen sich nämlich mit ihren „Kraftfeldern“ (LOL) ins Geschäft und verlangen eigene Berechnungen.
    WIKI weiß:
    „Kirsche“ (Konjunktion): – Die Planeten stehen direkt beieinander.
    Sternchen (Sextil): – Eine harmonische Verbindung.
    Quadrat: – Zeigt Herausforderungen oder Spannungen an.
    Wußt ichs doch.

    Weiters hat mich die Rolle des nicht-mehr-Planeten Pluto interessiert. Man hat ihn sogleich nach der Entdeckung 1930 in den Chor aufgenommen (also Horoskopalter 1920-1931) und er spielt immer noch eine wahnsinnig 😉 wichtige Rolle. Da er sehr lange – fast 250 Jahre – braucht, um ein einzelnes Tierkreiszischen zu durchwandern, muss sein Einfluß defacto für eine ganze Generation gleich bleiben…andererseits befindet er sich im Gegensatz zu den richtigen Planeten garnicht auf der üblichen Planetenbahn, sondern ziemlich schräg außerhalb davon. Deshalb werden einige Tierkreiszeichen, vor allem Skorpion, Fische und Widder, gar nicht durchlaufen…LOL

    Übrigens sind auch Uranus und Neptun erst später dazugekommen und haben ohne weitere Beobachtungen die Astrologie sofort um bisher unbeobachtete Charakterbeeinflussungen erweitert. Man müßte das doch an klassisch unerklärlichen Charakteranomalien bemerkt haben. Und wenn jetzt immer noch was fehlt, dann gibts noch einen Planet X.
    Haarsträubend.
    Aber Schluß jetzt. Schluß, aus, amen.

  3. Mit männlich und weiblich liegen Sie schon mal nicht schlecht, Herr Bürgschwentner, zumal das Symbol für männlich ident ist mit dem Zeichen für den Mars und das für weiblich mit dem für die Venus. Aber das wussten Sie natürlich. Deshalb habe ich fast den Verdacht, Sie wollten Herrn Hirsch ein bissl aus der Reserve locken. Scheint gelungen zu sein 😉

    Schade, dass er seinen Kommentar mit „Schluß, aus, amen“ so vehement beendet hat, jetzt werde ich wohl nicht mehr erfahren, ob Pluto tatsächlich 250 Jahre braucht um ein Tierkreiszeichen zu durchwandern, das ginge sich mit nur einer Generation ja nicht ganz aus. Vermutlich hat da die KI dazwischen gefunkt, oder aber die Sterne standen für ihn am 20. 06. 2026 trotz des tollen Datums einfach etwas ungünstig. Wahrscheinlich stand in seinem Horoskop so etwas wie „Hüten Sie sich heute vor haarsträubendem Hokus Pokus, ihr Blutdruck könnte äußerst sensibel reagieren.“

    Dass Sie trotzdem Zeit in Ihre Kommentare investiert und Horoskop samt Matrix u. Planeten so anschaulich ergänzt haben, lieber Herr Hirsch, ist sehr erfreulich!

    Was die Sterne über Charakter und Leben der entsprechenden Person verraten, weiß ich nicht, ich bin ja keine Astrono… ähh Astrologin. Ich sehe, sie hat die Sonne im 6. Haus (Arbeit und Alltag). Ihr Deszendent ist Krebs, also ident mit ihrem Sternzeichen, was anscheinend relativ selten vorkommt. Das Medium Coeli (Berufung u. Lebensziel) stand zum Zeitpunkt der Geburt im Skorpion, diese Menschen werden anscheinend von Pluto regiert, den es aber hier noch gar nicht gibt. Alles KI-Info, deshalb jetzt basta.

    Verhältnismäßig leicht zuordenbar dachte ich mir bei den Angaben im Mittelkreis auch, Herr Bürgschwentner. Falsch gedacht. Ich habe die Taufbücher aller Innsbrucker Pfarreien durchsucht, darüberhinaus die des nördlichen und südlichen Mittelgebirges und der anschließenden Gemeinden wie Zirl, Hatting, etc. Hätte ja sein können, dass dieses Kind in Innsbruck zur Welt kam, weil sich die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt nur zufällig hier befand, aber nicht hier wohnte, und dass die Taufe dann in der Heimatgemeinde der Eltern stattfand. Nichts, absolut nichts! Ich konnte es kaum glauben. Es gab generell ganz wenige Geburten am 1. Juli 1894 im Raum Innsbruck und Umgebung, keine davon um 9 Uhr abends und keine, auf die die Initialen J. M. gepasst hätten, auch nicht zu einer anderen Uhrzeit (und auch nicht P. M. oder T. M.). Es ist wie verhext. Ich habe sogar in die Gräbersuche die Initialen J. M. eingegeben, in der Hoffnung, dass jemand aufscheint, der am 1. Juli 1894 geboren wurde. Aber damit war diese an sich geniale Datenbank dann doch überfordert und hat mir höflich zu verstehen gegeben, dass „auf allen Themen zu viele Objekte gefunden“ wurden und ich die Suche doch bitte einschränken möge. Jetzt bleibt mit nur noch die Vermutung, dass die Personendaten am End‘ Fake waren und einem „Astrologie-Lehrling“ zu Übungs- oder Prüfungszwecken dienten. Solche Blüten treibt meine Fantasie mittlerweile …

    1. Liebe Frau Stolz, jetzt bin ich gleichermaßen erfreut und überrascht. Erfreut, weil ich Sie (wie erhofft) für diese Recherche gewinnen konnte, überrascht, dass dabei nichts herausgekommen ist. Soweit meine bescheidenen Astro-Kenntnisse reichen, ist der Geburtsort ja auch zentral für die Berechnungen, insofern sollte wo Innsbruck drauf steht auch Innsbruck drin sein, sonst stimmt ja die ganze Zukunft nicht mehr. Dass da tatsächlich niemand passt, wirklich sehr überraschend.

    2. Die Umlaufzeit um die Sonne beträgt 250 Jahre, pro Tierkreiszeichen also etwa 20 Jahre. Aber das ist so wurscht, weil das Ergebnis immer falsch. Man kann auch einen Planeten Blimmblamm im STernbild Installateur dazufügen, es ändert nichts.

      Einmal im Jahr kommt in den Zeitungen die bange Frage, was denn das neue Jahr für Widder, Steinbock, Löwe, Jungfrau, Installateur und Gießkanne so bringe, brächte oder verweigerte und bietet ein Gratisjahreshoroskop an, die genauere Variante um 10 Euro. Da steht immer der Satz: Als Geburtsort solle man die nächstgelegene größere Stadt angeben. Die Sternbilder sind groß genug, dass ihre Position für einen kleinen Bereich gleich gültig sind (imma dat Jenaue sowieso ausgenommen). „Innsbruck“ könnte also auch Landeck, Hall oder Fügen sein. Fügen eher nicht, Zillertaler geben für sowas kein Geld aus.

      Die Feststellung der Identität wäre natürlich insoferne reizvoll, dass man dann das Horoskop mit den Angaben auf dem Papierchen stellen und mit dem Lebensverlauf der behoroskopierten Person vergleichen könnte. Aber der Aufwand für einen Humbug? Wahrscheinlich gings eh nur um glückliche Ehe?? Wieviele Kinder?? Wenn ein Mann: Werde ich Bundeskanzler? Papst? Oder wenigstens Nobelpreisträger?

      Aus amen.

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