Germanische Weihnachten
Man verzeihe mir an dieser Stelle die Änderung des Titels. Die bisherigen Beiträge zu den Germanen liefen zwar unter dem Deckmantel des Anachronismus, doch dieser bleibt in diesem Fall weit hinter der Skurrilität der gesamten Darstellung zurück.
Zu sehen sind erneut vier germanische Krieger in voller heroischer Nacktheit, mit gehörnten Helmen und – natürlich – einem historisch unpassenden Schwert. Die Verzierungen rundherum bewegen sich irgendwo zwischen Keltenklischee und später Wikingerzeit, wie man sie heute auch auf so manchem modernen Tattoo findet.
So weit, so gut. Doch welcher konisch zulaufende „Lebensbaum“ erhebt sich da in der Mitte, geschmückt mit roten Ornamenten und Kerzen? Genau: ein Weihnachtsbaum. Und dazu gesellt sich im dunklen Kreis im Kreis ein weiteres Motiv – drei unscheinbare Silhouetten auf Kamelen unter einem Stern. Die Heiligen Drei Könige mit dem Stern von Bethlehem.
Hier wurde sich nicht mal die Mühe gemacht einen Germanischen Feiertag zu erfinden oder umzudeuten, wie sonst gerne gemacht wurde, wie etwa dem Julfest.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Sommer-10-58)