Erinnerung an die Brennerbahn – Kein Halt mehr in Atzwang/Campodazzo
Der Bahnhof Atzwang wurde bereits mit der Eröffnung der Brennerbahn im Jahr 1867 in Betrieb genommen. Das Empfangsgebäude entstand wie schon viele andere auf der Strecke nach den Plänen des bekannten Eisenbahnarchitekten Wilhelm von Flattich und gehörte zur Bahnhofsklasse IV seiner Typenbauten. Im Erdgeschoss befanden sich Warteraum, Fahrdienstleitung und Fahrkartenverkauf, darüber die Dienstwohnung des Bahnhofsvorstands.
Für mehr als 125 Jahre war Atzwang eine Station an der Brennerbahn. Mit der Eröffnung des Schlerntunnels im Jahr 1994 wurde die Strecke durch die enge Eisackschlucht jedoch aufgegeben. Seither halten hier keine Züge mehr. Das Bahnhofsgebäude steht außer Betrieb und verfällt, ein Schicksal, das viele ehemalige Bahnhöfe entlang der alten Trasse teilen.
Auch das Umfeld hat sich stark verändert. Der frühere Schienenstrang unmittelbar vor dem Empfangsgebäude musste dem Ausbau der Staatsstraße weichen. Schön restauriert ist hingegen das Gebäude des ehemaligen Umspannwerks, und – wenn man den Internet Kritikern glauben darf – lohnt sich ein Halt in der dortigen Radstation nebst Gastronomie.
Auch wenn wir kein Foto des Bahnhofes selbst in unserer Sammlung haben, vermitteln die beiden Fotografien aus der Sammlung Kreutz aus den 1960er die besondere Atmosphäre sehr gut. Sie erinnern an eine Zeit, als täglich Züge durch die enge Eisackschlucht fuhren, dort, wo heute Radfahrer und Wanderer die Geschichte der Brennerbahn entdecken können.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-NE-4804)
Die „Alte Post“ dort (das mächtige Haus mit dem Türmchen) ist wirklich sehr gut.
Ja, ja, „das ehemalige Postwirtshaus zum „Schwarzen Adler“, nach den späteren Besitzern kurz „Beim Mitterstieler“ genannt, gehört zu den schönen und traditionsreichen Gasthäusern an der Brennerstraße und geht in seinem ehrwürdig-altertümlichen Baubestand auf das Jahr 1576 zurück.
Nach der leichten Ausweitung des Tales bei Atzwang drängen sich die Schluchtwände wieder so eng zusammen, daß hier die Eisenbahn durch einen Tunnel führt. Die davor liegende Eisenbahnbrücke wurde im Jahr 1944 und vor allem im April 1945 schwer bombaardiert. Ein wahrer Bombenregen ging ringsum nieder, richtete schwere Schäden an, hob unter anderem im Postwirtshaus die schwere Haustüre aus den Angeln und schleuderte sie durch den ganzen Hausgang; heute hängen Türe und Wirtshausschild längst wieder am alten Platz und die Fassade wurde erst 1968 in sehr fachgerechter und gekonnter Art erneuert.“
(hat der so überaus gründliche Josef Rampold im Band „Eisacktal“, 2.Aufl., Athesia 1973, geschrieben.
Wußten Sie aber schon, daß der in Innsbruck das Gymnasium Angerzellgasse besucht hat – als es noch nicht „Akademisches…“ hieß – und auch in Innsbruck studiert hat?)
Goethes „Italienische Reise“ mögen andere zitieren…!!!
Die davor liegende Eisenbahnbrücke