Clueless in der Kohlstatt
Wir haben Kollegen im Stadtarchiv, die lesen jeden Beitrag auf diesem Blog und auch alle Kommentare & merken sich auch noch alles, was darin geschrieben stand. Ganz offenbar gehöre ich nicht zu diesen, sonst hätte ich mich bei der Lokalisierung dieses Mayer-Albumbildes leichter getan. Denn dieser Beitrag zeigt die Szene etwa 25 Jahre später.
Die Ruine links sieht 1947 aus wie ein verlassener Sakralbau, die Ruine rechts hatte auch kein langes Gebäudedasein mehr. Dazwischen sprudelte im Bild oben der Sillkanal, dessen Brücklein für Fahrzeuge bis gefühlt 1000 Kilo sicher zu überfahren war. Bei der kleinen Sillkanal Ausstellung zum Bogenfest haben wir es auch thematisiert: Hier in dieses vermeintliche Rinnsaal sind regelmäßig Betrunkene, Alte und Kinder hinein gefallen und nicht selten auch ertrunken.
Noch ein zweites Bild ist beim selben Spaziergang in diese Ecke entstanden, beschrieben mit „Kohlstatt gegen Westen“. Wieder steigt man übe einen Kanalableger, welche haus da genau zu sehen ist kann ich heute bei 35 Grad im Schatten nicht mehr recherchieren.

Absolut faszinierende Fotos, vielen Dank fürs Veröffentlichen!
Das Titelbild wurde aus der Kohlstattgasse gegen Norden (ca.) aufgenommen, im Hintergrund ist „Milchhof“ zu erkennen. Ich glaube, dass der Dreiheiligener Nordast des 1949 ja bereits längst trockenen Sillkanals zu sehen ist. Das zweite Foto, glaube ich, wurde vom selben Standort aus aufgenommen, aber in die andere Richtung, und man sieht den Südast des Sillkanals. Ich vermute, dass im WW2 hier ein Wohngebäude beschädigt wurde, das am Luftbild noch existiert, aber 1949 schon abgerissen war, weswegen der Eindruck eines größeren Platzes entsteht (vielleicht mag das jemand im Bombenkataster überprüfen, ich muss leider weg). Trotzdem hier eine kleine Skizze, so viel Zeit muss sein: https://postimg.cc/PCYC5XqX
Auf der Fahrt mit dem Personenzug von Fritzens nach Innsbruck – zwischen 1946 und 1950 – sah ich an der schrägen Ecke des Hauses Kapuzinergasse / Kohlstattgasse die Aufschrift:
„Gasthaus und Gemischtwarenhandlung zum Stöckl“
Oder irre ich mich?
In diesem Zusammenhang würde mich auch interessieren, ob die beiden Dreiheiligen-Äste des Sillkanals eigentlich mit einer Wehranlage und/oder Schiebern reguliert werden konnten. Diese Einrichtung müsste sich dann in dem geschlossenen Bogen befunden haben, weil der Kanal sich bereits dort in zwei Äste aufzweigte, wie ichauf dem Luftbild 1940 zu erkennen glaube.
Waren beide Äste so dimensioniert, dass im Bedarfsfall jeder davon das gesamte Wasser aufnehmen konnte? War einer davon nur als kleiner dimensionierter Seitenast ausgelegt oder fassten im Bedarfsfall beide das gesamte Volumen? Am Luftbild 1940 sieht der Südast deutlich breiter aus als der Nordast. Heute würde man so eine Kanalteilung sicher regulierbar anlegen, damit bei Bedarf ein Ast abgedreht und z.B. gereinigt werden kann.
Ich weiß, wahrscheinlich bin ich der einzige den das interessiert. Aber so ist das zumindest mal hier festgehalten. 🙂