Portrait eines Mastens – X
Heute präsentiere ich wahrscheinlich den Urahn aller Masten-Fotos. Großvater-Mast. Er hat auch einige seiner Brüder mitgebracht. Diesmal sind es Exemplare mit einem metallenen Kranz auf ca. 3 m Höhe. Vermutlich sind es Halterungen für Fähnchen. Links und rechts im Vordergrund übrigens zwei besonders verspielte Masten.
Da tritt sogar der mächtige Vereinigungsbrunnen in den Hintergrund. Auf dieser Aufnahme sieht man auch eindrücklich, wie groß der Brunnen war und warum ihm das dann auch zum Verhängnis wurde.
Man sieht auch einmal auf die Bahnanlagen, die dicht mit Zügen gefüllt sind. Dahinter die hohen Kamine des Wiltener Industrieviertels.
Der Lastwagen im Vordergrund scheint Nützliches anzuliefern. Vermutlich Lebensmittel. Es warten Menschen offenbar an der Verteilung oder den Verkauf. Für den Abtransport hat jemand ein klassisches Leiterwagerl mitgebracht.
Aber eigentlich ist es nur ein sehr schönes Foto vom Bahnhofsplatz.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-5311)
Lieber Lukas, besteht die Möglichkeit der Verlinkung eines maximal hochaufgelösten Scans? Es wäre nämlich möglich, dass der abgebildete Straßenbahntriebwagen als Linie 0 betafelt ist, die nur 1923 und 1924 im UZS gegenläufig zur Linie 3 über den „großen Innenstadtring“ (Hbf – Salurner – Maximilian – Hauptpost – Andreas-Hofer – Anich – Theresien – Museum – Brunecker – Hbf) verkehrte, und das wäre für Pufferküser:innen wie mich eine kleine Sensation, denn von dieser Linie gibt es nur sehr wenige Bilder, in meinem Bestand z.B. nur vier, und das sind alles Fotokarten. Das Fehlen von Stadtbussen und Stubaital-Bussen von Leo Bayr (alles erst ab 1925), aber Vorhandensein offensichtlicher Shuttle- oder Taxibusse (links), die Straßenbahngleisanlage noch ohne Ausweiche und die Tatsache, dass die Brustwandtafel des Triebwagens nur einzeilig zu sein scheint, das alles deutet auf genau den besagten Zeitraum hin.
Lieber Herr Schneiderbauer,
unter dem Link finden Sie das Bild in bestmöglicher Auflösung, das Original ist leider nur ein recht kleines Bild, ich hoffe man kann genug darauf erkennen,
liebe Grüße,
Pascal Permann
https://magibk-nextcloud.ikbnet.at/s/2YmdNoDCfMoELtK
VIelen Dank! Die Vermutung hat sich bestätigt. Die Null auf der Linientafel ist jetzt zumindest eindeutig zu erkennen (wäre vielleicht noch besser wenn es kein JPG mit Artefakten wäre, aber geht auch so). Eine kleine Sensation für mich (und vielleicht noch fünf oder sechs andere 🙂 ). Auf der einzeiligen Brustwandtafel steht „Bahnhof Rundlinie“, das ist hier leider nicht lesbar, aber von den wenigen anderen Bildern bekannt.
Das datiert das Bild, falls noch kein Datum vorhanden ist, wegen der sichtbaren Schneelage m.E. auf Anfang Mai 1924, sofern die Angaben im Kreutz stimmen; 1923 war die Linie 0 demnach nur im Sommer in Betrieb, ob sie im Winter 1924/25 noch existierte, ist leider unklar, aber es ist m.E. sehr wahrscheinlich, dass sie spätestens im September 1924 endgültig eingestellt wurde, weil außerhalb der Sommersaison der Bedarf fehlte.
Optimierter Ausschnitt: https://postimg.cc/PL1bZ3k8
Ich glaub, man kann unter Opferung des Rests sogar Bahnhof herauskitzeln
https://postimg.cc/BXYSxRZ9
Ja, wenn man weiß was da steht, dann kann man die Umrisse der beiden Wörter gut erkennen.
Meine persönliche Blaue Mauritius wäre ein qualitativ gutes Foto von der Linie 0, idealerweise auch noch woanders als in der Maria-Theresien-Straße. Das macht das Bild in diesem Blogpost nämlich nochmal spezieller – alle andere Fotos der Linie 0, auch die in meinem Bestand, wurden in der MTS aufgenommen.