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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Kohlstatt

Die Kohlstatt

In Dreiheiligen, unweit von der Sill, findet sich heute die Kohlstattgasse. Früher wurde die gesamte Gegend als Kohlstatt bezeichnet, benannt nach den Schmelzhütten, die einst dort rauchten.

Erstmals erfahren wir 1446 von einer solchen an der Sill, in der silberhaltiges Erz geschmolzen wurde. Der Tiroler Landesfürst (damals Herzog Sigismund) ließ dort zum einen die Fron, ein Anteil von 10 Prozent des Erzes, der ihm aus allen Minen in Tirol zustand, sowie auch das Erz aus Bergwerken in seinem direkten Besitz schmelzen. Das wichtigste Bergbaurevier in landesfürstlichem Besitz, und überhaupt in Tirol, bis Schwaz im Laufe der zweiten Hälfte des Jahrhunderts aufblühte, war damals das Gebiet um Sterzing und Gossensass.

Irgendwann um die Wende zum 16. Jahrhundert stellten diese Hütten ihren Betrieb ein. 1526 werden sie beiläufig bei der Übertragung eines Grundstückes genannt, zu diesem Zeitpunkt standen sie offenbar schon längere Zeit still. Stattdessen rauchten die Schlote nun nördlich des Inns am Mühlauer Bach. Dort standen nicht nur Schmelzhütten, sondern auch die Werkstätten von Schmieden und Plattnern. 1492 trat Herzog Sigismund die Herrschaft auf Druck der Stände an Kaiser Maximilian ab. Es blieb allerdings noch bis zu seinem Tod vier Jahre später Besitzer der besagten Betriebe in Mühlau. Zu dieser Zeit wurden die dortigen Schmelzhütten umfassend erweitert, um Silber auch nach dem in Nürnberg entwickelten Saigerverfahren zu gewinnen. Dabei wurde Kupfererz, welches einen geringen Silberanteil enthielt, der früher nicht verwertet werden konnte, mit Blei eingeschmolzen. Das Silber verband sich mit dem Blei, von dem es dann in einem weiteren Verfahrensschritt getrennt werden konnte.

(Signatur Ph-10660)

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