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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Baustellenfotograf*innen Gefragt!

Baustellenfotograf*innen gefragt!

Mir wurde einmal gesagt, Baustellen fotografieren sei ein Hobby, das sich vor allem bei pensionierten Männern großer Beliebtheit erfreut. Ob diese Aussage nun stimmen mag oder nicht, ich danke jeder Person, die diesem Hobby nachgeht und die Fotos dem Archiv zur Verfügung stellt. Auch wenn Baustellen nicht unbedingt ästhetisch im klassischen Sinn sind, sie beinhalten häufig Informationen, die durchaus archivwürdig und von historischem Interesse sind. Die kleinen Details, die man auf einem Baustellenfoto entdecken kann, sind oftmals viel wertvoller als die 130te Postkarte der Maria-Theresien-Straße aus der exakt gleichen Perspektive.

Heute habe ich Ihnen ein Baustellenfoto des Fotografen Richard Frischauf mitgebracht. Offenbar war er ebenfalls leidenschaftlicher Baustellenfotograf. Die Verkehrsexpert*innen unter Ihnen werden sofort wissen, aus welchem Jahr die Fotografie stammt. Doch wo befindet sich besagte Baustelle? Alle Rätselliebhaber*innen, egal ob neu dabei oder lange erprobt sind herzlich eingeladen ihre Vermutungen in den Kommentaren preiszugeben. Und wer von Ihnen selbst zu den Baustellenfotograf*innen gehört, darf sehr gerne mit den eigenen Fotos auf einen Besuch bei uns im Stadtarchiv vorbeikommen.

(Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck, Frischauf-Foto, FR-NE-0061-2)

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare
  1. Heute steht dort der PEMA Turm wo die TT untergebracht ist
    Die oberen Stockwerke gehörten m.W. zur Bahnpost. Das Haus im Hintergrund zu einer Schule mit Internat. Name ist mir entfallen.
    Ich hoffe, ich liege richtig………….

    1. Ja, Herr Schneider, Sie liegen richtig. Im Hintergrund, hinter der Mauer, das Gelände des Scheuchenstuel’schen Waisenhauses bzw. der Scheuchenstuel’schen Stiftung

  2. Der Star des Fotos ist zweifellos der sich fürs Foto lustig in Pose werfende Arbeiter mit Hut im Vordergrund.

    Erstaunt bin ich, welches Ausmaß das Konsum Kaufhaus im Hintergrund hatte. Soviel man trotz störender Reflexion im Schaufenster sehen kann, gab es auch Textilien und wahrscheinlich auch weitere Waren außerhalb der Lebensmittelsparte (hat einen eigenen englischen Fachausdruck).

    Das Foto ist mit dem im Vorgängerbeitrag (andere Fotos) https://innsbruck-erinnert.at/aus-gegebenem-anlass/ mit Oktober 1953 datiert. Dazu reichhaltige Kommentare, auch Herr Schneiderbauer war wieder fachkundig in seinem Element.

  3. Man sollte zuerst genau hinschauen: Welches Auto biegt denn da ums Eck? Scheinwerfer wie ein Taunus 21m? Auch der Jenbacher Diesel Kompressor schaut nach neuerem Datum aus. Aber dann stimmt 1953 nicht.

      1. Ja, Herr Pechlaner – Sie haben Recht! Ich habe mich vom Gleisbau täuschen lassen…
        Aber 1952/53 wurde ja erst die Bombenruine vom GhHotel „Grüner Baum“ abgerissen…
        Und der Konsum war von der Bruneckerstraßenseite aus zu betreten und ein eher langer schmaler Schluff.
        Und anstelle der zurückgesetzten Glasfassade führte der Gehsteig nördlich an der geschlossenen Seitenfront vorbei, auf den kleinen südlichen Fußgängerdurchgang nach Pradl zu.
        Östlich des Konsumgebäudes sah man noch die geschlossenen Seiten mancher Einrichtungen – z.B. (eventuell, genau weiß ichs nicht mehr) der „Paketumleitung“ – oder war es die „Übersee“ –
        und daß sich jedes Radl aus Pradl morgens mit geschätzt 500 anderen morgens durch den schmalen mittleren Durchgang „stadteinwärts“ quetschen mußte – das war auch 1956 noch so.
        Ich hoffe, daß – wie durch Zauberhand! – ein „richtiger“ – oder d e r richtige Beitrag mit dem Foto „Ing Etzel Str – Richtung Süden“ auftaucht.
        Und vielleicht stellt sich auch noch ein Beitrag zur alten und zur neuen unterführung ein – mit Datumsangabe.

    1. Der 21 war die Kombibezeichnung für den Taunus P5, der ums Eck biegt sieht wie ein Taunus P3 (Badewanne) aus, wurde ab 1960 gebaut, aber trotz der Lupe bin ich mir nicht sichger.

    1. Ja, Herr Hirsch, immer dat ……, dieses Foto hätte natürlich zu Ihrem Eintrag weiter oben gehört (1. Juni 2026 10:38) – wegen des Flottmann-Logos!

  4. Zeitlich: zwischen 1953 und 1956 – also sagen wir – 1955. Das Haus mit dem Eckpfeiler rechts ist schon gebaut.
    Natürlich hat es im Konsum Kaufhaus auch Textilien gegeben, z.B. das beste Flanellnachthemd, das ich je zu Weihnachten bekommen habe – oder – möglicherweise – auch diese bunt geblümten Solida-Kleiderschürzen, die von den Frauen im Eisenbahnerhof als preisgünstige Sommerkleider getragen wurden. Und an Sack fürs Schneuztüchl hams aa ghabt!
    Und zu dieser Zeit hat auch Frau Mitzi Hagleitner geb. Reis dort als Verkäuferin gearbeitet, bevor sie als Tiroler Kandidatin der SPÖ in den Nationalrat – und bald sogar in den Bundesrat! – wechselte.
    (Dem Himmel sei Dank – ich versteh nix von Politik! Aber da bin ich wohl nicht die Einzige…)
    Übrigens – es war ein bißl schaurig, mit der doch schweren Tram über diese aus dem Boden ragenden Geleiseskelette zu fahren. Wenn da etwas…!!!
    Hat man da Eichenholz- gegen Betonschwellen gewechselt? Oder hat man damals den gesamten Geleisekörper mit dem kleinen Granitstöckelpflaster versehen?
    Wir werden es – hoffe ich! – bald erfahren…
    Aber bei der Qualität des Bildes, so schön weich gezeichnet, und beim Anblick der (ersten Fremd-)Arbeiter – („Gastarbeiter“ sagte MAN erst einige Jahre später!) hatte ich einen Augenblick lang den Eindruck „Eine Straßenbahn im Biedermeier“
    Die Baracke hinter der Scheuchenstuehlschen Mauer – könnte die der Caritas zur Verfügung gestanden sein – zur Unterbringung alleinfahrender Frauen und Mädchen, die den Anschlußzug in Innsbruck verpaßt hatten? Oder mußten die in die Wilhelm Greil Straße?
    Jetzt hab ich gar nicht geschaut, ob es den Filmkritikzettelenkasten am Foto schon gibt.
    Aber rechts – die Konditorei Pfister – die könnts schon gegeben haben.

    1. Nein, das mit der Baracke – und der Zusammenhang mit der Bahnhofsmission – muß wohl ein Irrtum meinerseits sein. Zumindest ist kein Hinweis darauf in der Festschrift „100 Jahre Bahnhofssozialdienst“ enthalten.
      Aber zurück zum Foto: Der Arbeiter mit dem Hut – also die „Tirolesi“, jene Arbeiter, die um 1900 in Innsbruck zugewandert sind, die sahen um kein Haar anders aus…

  5. Die abgebildete Baustelle war mit 12. November 1961 so weit abgeschlossen, dass die neue Gleisanlage in Betrieb gehen konnte (W. Kreutz). Dem damaligen Zeitgeist entsprechend verschlechterte der Umbau trotz neuer Schienen die Situation für die Straßenbahn, die bisher zweigleisige Strecke zum Hauptbahnhof wurde auf nur noch ein Gleis reduziert. Profiteur war natürlich der Autoverkehr. Am Südtiroler Platz wurde die Grüninsel am Nordkopf auf das erst vor kurzem hier diskutierte Dreibaumwäldchen reduziert, Teile der Grünanlage wichen ebenfalls einer weiteren Fahrspur für die knatternde Plage mit dem viel zu großen Platzbedarf.
    Möglicherweise waren die Gleise zum Zeitpunkt des Entstehens des Fotos schon in Betrieb, weil nur noch die Einpflasterung offen zu sein scheint.

    Als nativer Dreiheiligener befand ich mich natürlich auch öfter mal dort unten und ich kann mich auch an den Konsum erinnern, allerdings nicht daran, dass dort ein Kaufhaus gewesen wäre. Vielleicht waren Teile des Kaufhauses schon im Zuge des allmählichen Konsum-Niedergangs geschlossen worden, waren Mitte der 1980-er schon nicht mehr zugänglich und es war dort nur noch der Konsum-Markt.
    Woran ich mich erinnern kann, ist eine graue, mit enormen Mengen Taubendreck verschmutzte und vermutlich durch die Straenreinigung nie behandelte (Privatgrund?) arkadenartige Passage, zugig und laut vom direkt angrenzenden Autoverkehr, aber auch den Straßenbahnen, Massen von durchhastenden oder herumlungernden Passant:innen. Der Konsum selbst war in meiner Erinnerung ein dystopisch liminale Halle, schmutziges Orange an Wänden und Decke, düster mit flackernden Leuchtstoffröhren beleuchtet, Gemüsereste am weiß-schwarz gemusterten Steinfliesenboden aus den 1950er-Jahren. Sonstige Läden, die dort gewesen sein mögen, sind in meiner Wahrnehmung nicht hängen geblieben.

  6. Herzlichen Glückwunsch, das Rätsel wurde schon wenige Stunden nach Erscheinen gelöst! Es handelt sich tatsächlich um die Kreuzung Ing.-Etzl-Straße und Museumstraße. Vielen Dank auch für die zahlreichen weiteren Kommentare und die Geschichten, die Ihnen zu diesem Foto noch eingefallen sind.

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