Ein spannendes Rätselfoto
Als Titelbild für diesen Beitrag dient eine sehr interessante Glasplattenfotografie aus der Sammlung Walter Kreutz. Abgebildet ist eine ungepflasterte Dorfstraße, die auf beiden Seiten von schindelgedeckten Bauernhäusern gesäumt ist. Auffallend sind die bis weit in die Straße hineinragenden Regenrinnen, die diese bei Schlechtwetter wohl in ein „Schlammbad“ verwandelt haben dürften. In der Bildmitte befindet sich ein Brunnen vor dem eine Frau mit zwei Kindern für einen unbekannten Fotografen posiert.
Wann und vor allem wo könnte die Fotografie entstanden sein?
Das Rätsel wurde gelöst – das Foto entstand in Götzens.
(Stadtarchiv Innsbruck, KR-PL-859)
Sieht nach Götzens Ostergasse Blick Richtung Mittelgasse aus. Oder irgendwo in Spanien.
Götzens ist korrekt
Danke für dieses grandiose und aufschlussreiche Foto (1900 -1920?) meines Heimatdorfes Götzens! Ich bin dort in den 60er und 70er Jahren aufgewachsen und erinnere mich noch gut an diese malerischen Häuserreihen. Bis auf zwei verschwundene Höfe links im Mittelgrund (abgebrannt, abgerissen?) hat es damals noch fast so ausgesehen. Der eine oder andere ärmere Bauer spannte sogar noch die Ochsen vor sein Fuhrwerk. Allerdings waren die Straßen schon länger asphaltiert und die pittoresken Holzschindeln verschwunden.
Damit endet auch schon meine vielleicht verklärte Erinnerung an die Kindheit: Aus heutiger Sicht kaum zu fassen, die Verhältnisse auf der Gasse. Vor jedem 3. Haus ein Misthaufen (zu meiner Zeit nur mehr einer, in der ganzen Gasse) und bei Regen eine sagenhafter Morast unter den Schuhen.
Ortsbild heute? Tja, ich würde sagen in Mutters konnte ein ähnliches Ensemble besser erhalten werden. In Götzens hat das leider weniger gut geklappt.