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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Tramin Am Inn

Tramin am Inn

Fuhr man in den 1970er Jahren hinter einem in Nirosta glänzenden Tankwagen über die italienischen oder österreichischen Autobahnen, stand meist „Trasporto Latte“ hinten drauf. Für den Vater selig des Autors dieser Zeilen, seines Zeichens beruflich in der Landeslandwirtschaftskammer tätig, immer ein Grund des Ärgernisses, erstens weil da zwischen Bayern und Oberitalien etwas im Gange war, was die österreichischen Agrarproduzenten von Butterberg und Milchsee außen vor zu lassen schien. Große Mengen an weißem Kuhgold wurden da nach Norden und Süden transportiert, mit vermuteter EG Förderung, erzeugten Transit und Groll bei den Absatz suchenden heimischen Produzenten.

Stand auf einem Nirosta-Tank Alimentari, so war er ebenso wie die Latte-Bomber vom Wochenend-Fahrverbot ausgenommen; deshalb waren sie auch besonders sichtbar in der insgesamt noch ruhigeren verkehrten Verkehrswelt der ominösen EG Agrarpolitik. Jeder hat schon von den Kartoffeln gehört, die von Düsseldorf nach Mailand geführt wurden, nur um dort gewaschen zu werden, dann wieder zurück nach Düsseldorf gebracht wurden und auf beiden Strecken eine Brüsseler Förderung bekommen haben sollen. Ob jemals wirklich so ein Kartoffelttrransport stattgefunden hat oder es eine urbane Legende der EG-Skepsis war, ist mit den besten Mitteln der Recherche heute nicht mehr herauszufinden.

Die Nirosta Alimentari Transporte triggerten noch eine zweite Geschichte, deren Wahrheitswert gefühlt sehr hoch anzusetzen ist: Viele Jahrzehnte wurde der Südtiroler Wein aus – sagen wir 10 Prozent – eigenem Anbau und folgerichtig 90 Prozent Maische aus Apulien gepanscht. Mein Vater behauptete, dass Südtirol so ein vielfaches auf den Anbauflächen mögliches an Wein produzierte und in die österreichischen und deutschen Gaststätten exportiere, wo man sehnsüchtig auf einen guten Edelvernatsch oder Traminer wartete. Untrügliche Bestätigung ist der Umstand, dass schon vor 100 Jahren bei der Bewerbung Südtiroler Produkte stets „unverfälscht“ und „echt“ dazugeschrieben wurde… was bei einem weniger schlechten Ruf derselben gar nicht nötig gewesen wäre.

Im Februar 1932 eröffnete Josef Gabalin, geboren am 5.1.1901 als Sohn des Kasper und der Elisabeth geb. Peer in Tramin, seinen Weinkeller an der nun Adolf-Pichler-Platz genannten Adresse, Eingang über die Realschule. Sein Weinhandel lag nebenan in der Stainerstraße 3. Die Familie (Heirat 1937 mit Frieda Vogl) wohnte zunächst in der Nähe in der Kiebachgasse 15, dann in der Sonnenburgstraße 2. Josef Gabalin wurde 1949 österreichischer Staatsbürger und starb schon 1957 in Innsbruck; ein Anton Gabalin führte dann viele Jahre auch einen Weinhandel in St. Nikolaus, Innstraße 81. Sehr viele Spuren haben die Gabalins sonst nicht in den Zeitungen und Amtsblättern hinterlassen. Dafür haben sich Herr Hirsch und Herr Löffler hier in den Kommentaren an das Geschäft bei der Realschule erinnert.

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