Wo die grünen Papageien wohnen
Es mag sich zwar um einen „gewöhnlichen“ Trompetenbaum, also eine Catalpa bignonioides, handeln, doch der Trompetenbaum im Hofgarten ist weit außergewöhnlicher, als seine biologische Bezeichnung vermuten lässt. Denn er liegt, zumindest teilweise, am Boden.
Als der Baum vor rund hundert Jahren im zarten Alter von etwa zwanzig Jahren durch einen Sturm umgeworfen wurde, entfernte man ihn nicht. Stattdessen schlug er in seiner neuen Lage erneut Wurzeln. Aus dem liegenden Hauptstamm wuchsen später zwei neue, senkrecht aufragende Stämme. So entstand die bis heute beeindruckende und ungewöhnliche Form des Baumes.
Um den Trompetenbaum ranken sich aber auch einige „Urban Legends“. In meiner inzwischen schon weit zurückliegenden Kindheit hörte ich mehrfach die Geschichte, dass in seiner weit ausladenden Krone grüne Papageien wohnen würden. Man könne sie nur nicht sehen, hieß es, weil sie selbst grün seien und sich perfekt im Blätterdach versteckten.
Nun musste ich allerdings feststellen, dass Halsbandsittiche, also tatsächlich grüne Papageien, die Samen des Trompetenbaums als Nahrung nutzen. Vielleicht war an den alten Geschichten also doch etwas dran. Ich glaube, ich bin da einem Geheimnis auf der Spur …
(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-27626)