Der Mord am Patscherkofel (III.)
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Zingerles – bekannte – Geschichte als Mörder. Am 23. Mai lauerte er der jungen Lehrerin Gertrud Kutin auf dem Weg zwischen Bozen und Glaning auf. Die Details der Tat seien hier übergangen, aber letztlich begrub er sein Opfer lebendig unter schweren Steinen, von wo aus sie noch drei Tage um Hilfe rief. Sie wurde auch gehört, allerdings von der 67-jährigen Rosa Brugger, die ihre Rufe aus der Ferne für spielende Kinder im Wald hielt. Als Nachrichten vom Verschwinden der Lehrerin bekannt die Runde machten, wurde die Frau, die später beim Prozess gegen Zingerle aussagte, weil sie ihn in der Gegend gesehen hatte, doch misstrauisch, aber die gleichzeitig verbreitete sich das Gerücht, dass sich Gertrud Kutin in der Schweiz aufhielte, weshalb sie den Vorfall nicht meldete. Erst ein Jahr später wurde die Leiche zufällig von Holzfällern entdeckt.
Einen Monat später wiederholte Zingerle seine Tat. Die 15-jährige Schülerin, die diesmal sein Opfer war, konnte sich jedoch aus der Höhle befreien, in der er sie zum Sterben zurückgelassen hatte. Nach diesem Verbrechen kehrte Zingerle wieder nach Innsbruck zurück. Im Sommer 1947 begab er sich ins Zillertal, wo er in Folge zwei Frauen mit dem Versprechen, einen Schleichweg über die Grenze nach Italien zu kennen, ins Gebirge zu lockte. In einer Höhle, die er während seiner Flucht als Deserteur eingerichtet hatte, hielt er seine Opfer jeweils 3 Tage lang fest. Von diesen Frauen, Marie Prochaska und Anna Timmerhaus, wurde er angezeigt und daraufhin wegen Notzucht (Vergewaltigung) und Freiheitsberaubung vor dem Landesgericht Innsbruck angeklagt. Er wurde auch verurteilt, allerdings lediglich zu einem Jahr schweren Kerkers. Wie es zu diesem absurden Strafmaß kam, wurde damals in den Zeitungen nicht berichtet. Der Prozess erhielt generell kaum Aufmerksamkeit in der Presse. Es wurde lediglich gemeldet, dass Frauen aufgerufen wurden, sich bei der Polizei zu melden, falls sie ebenfalls von Zingerle angegriffen worden waren, da die Behörden vermuteten, dass es noch weitere Opfer gab.
(Der Zemmgrund im Zillertal, wo Zingerle als Deserteur auf der Flucht eine Höhle eingerichtet hatte, Signatur Ph-Pl-8533)