Madonnen-Rätsel XXXV
Vor mehr als zweieinhalb Monaten war ich einmal unterwegs in der Stadt, ohne dass die Örtlichkeit je aufgeklärt worden wäre. „Die Auflösung zum Rätsel… wäre auch einmal fällig“, wurde daraufhin beim mittlerweile auch schon wieder eineinhalb Monate alten letzten Madonnenrätsel angeregt. Das ist sich vor meinem Urlaub nicht mehr ausgegangen, hole ich jetzt aber nach. Beziehungsweise hoffe ich, dass Sie das erledigen. In vollkommenem, offenbar ausnahmsweise übertriebenem Vertrauen auf Ihren Blick fürs Detail und Ihr fotografisches Gedächtnis, habe ich damals das Foto bewusst zugeschnitten. Hier nun die Originalaufnahme, wie sie sich in unserer Datenbank befindet, mit etwas weniger Madonna, dafür mit mehr Hintergrund. Na?
(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-Dig-3248)
Ich würde vermuten , dass das Marterl in etwa dort steht, wo „beinahe“ der erste Bahnhof Innsbrucks hingekommen wäre (siehe Innstromkarte 1822).
Im Namen aller(?): 1822????
Im Namen aller 🙂 : https://tinyurl.com/mrxcc6m
Also gaaaanz leicht zu finden. Selbst auf dem google Bild muß man ein wenig suchen.
Perfekt verortet…
Der Bahnhof war nicht wirklich 1822 projektiert:
Ich verweise auf Schönegger:“Innsbruck im historischen Kartenbild“ ISBN 978-3-7030-0972-3, Seite 49. Dort steht, dass Negrelli dieses Bahnhofsprojekt 1838 in die 1822er Karte einzeichnete.
Auf https://hik.tirol.gv.at bei Detailkarten „Innstromkarte 1822“ auswählen, da sieht man den Plan. Zu schön war einst (als ich den Plan zu ersten Mal sah) der Gedanke, dass, wir beinahe mit den Engländern „gleichgezogen“ hätten.
1820. Imma dat Jenaue…
Diese Karte war also so überholt, dass sie Herr Negrelli zum skizzieren hernehmen konnte. Wobei ich mich frage, ob die anderen von Negrelli vorgeschlagenen STandorte (Triumphpforte, Franziskanergarten, hinter den Kapuzinern) auch irgendwo eingetragen worden sind.
Glücklicherweise wurde nichts davon realisiert.
Was so ein bisschen Mehr an Haus doch ausmacht – Gratulation, Rätsel gelöst!
Der entscheidende Hinweis war für mich der Plan von Negrelli .1820 – 1822.
Wer das Marterl immer noch sucht: Das „bisschen Mehr an Haus“ gehört zum Komplex des Klosters zur Ewigen Anbetung.
Für Interessierte, die weder das geniale Werk von Herrn Schönegger zur Verfügung noch einen Zugriff auf tirisMaps haben, und die (wie ich) trotz Hilfestellung durch den Link von Herrn Hirsch zunächst im Dunkeln tappten, hier ein Ausschnitt aus Blatt 58 der Innstromkarte mit dem von Negrelli projektierten Bahnhof:
https://presse.innsbruck.gv.at/news-innsbrucker-stadtplaene-voller-geheimnisse?id=235550&menueid=0&l=deutsch