Erinnerung an die Brennerbahn – Kein Halt mehr Völsersteg/Fié
Langsam aber sicher nähern wir uns dem vorläufigen Endpunkt unserer Reise gen Süden. Ganz am Ziel sind wir aber noch nicht, denn ein paar Stationen liegen noch vor uns darunter der ehemalige Haltepunkt Völsersteg/Fié. Wer heute daran vorbeikommt, könnte die kleine Station leicht übersehen. Dabei erzählt sie ein interessantes Kapitel der Brennerbahngeschichte.
Der Haltepunkt wurde 1898 als einer von mehreren zusätzlichen Haltepunkten entlang der Brennerbahn eingerichtet. Das kleine Stationsgebäude entsprach den typischen Entwürfen des Eisenbahnarchitekten Wilhelm von Flattich: ein schlichter Holzbau mit Pultdach, Warteraum, Fahrdienstleitung und Kassa unter einem Dach. Daneben stand das bereits seit der Eröffnung der Brennerbahn im Jahr 1867 bestehende Bahnwärterhaus. Gemeinsam bildeten die beiden Gebäude ein kleines, aber charakteristisches Ensemble der Brennerbahn ganz ähnlich wie jenes, das wir im Beitrag zu Kastelruth kennengelernt haben.
Mit der neuen Haltestelle rückten Völs, Seis und das Schlerngebiet ein gutes Stück näher an Bozen heran. Gerade um die Jahrhundertwende entdeckten immer mehr wohlhabende Bozner Familien das Hochplateau als Sommerfrische. Grundstücke wurden erworben, Villen errichtet und die berühmten Völser Heubäder lockten Gäste aus nah und fern. Die Brennerbahn leistete damit einen wichtigen Beitrag zur touristischen Entwicklung der gesamten Region.
Der Personenverkehr am Haltepunkt wurde schließlich um 1970 eingestellt. Das kleine Stationsgebäude blieb jedoch erhalten und erinnert bis heute an die Zeit, als hier noch Züge hielten. Leider besitzt unsere Sammlung keine Aufnahme dieses kleinen Bahnhofsensembles. Dafür finden sich aber einige stimmungsvolle Ansichten aus Völs aus den 1930er-Jahren, die ich euch heute zeigen möchte. Sie vermitteln einen schönen Eindruck davon, weshalb diese Gegend schon vor rund hundert Jahren so viele Besucher in ihren Bann gezogen hat.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KRNE-4979, KR-NE-4825)