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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Kein Halt Mehr Am Bahnhof Brennerbad/Terme Di Brennero

Erinnerung an die Brennerbahn – Kein Halt mehr am Bahnhof Brennerbad/Terme di Brennero

Der nächste Halt, oder vielmehr ehemalige Halt, spielt im Erinnerungsalbum der Brennerbahn kaum eine Rolle. Das überrascht wenig, denn die Blütezeit von Brennerbad setzte erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein, also fast 30 Jahre nach dem Erscheinen des Albums.

Nur wenige Kilometer südlich des Brennerpasses idyllisch im Wipptal situiert befindet sich die kleine Fraktion Brennerbad. Auf etwa 1.326 Metern Höhe gelegen verdankte Brennerbad seine Bekanntheit vor allem seinen Heilquellen, die bereits um das Jahr 1400 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Schon im 15. Jahrhundert suchten hochrangige Persönlichkeiten hier Erholung, darunter Landesfürst Sigismund der Münzreiche und seine Gemahlin Eleonore von Schottland.

Seinen Höhepunkt erlebte Brennerbad im 19. Jahrhundert. Ab 1869 hielten Schnellzüge an der Station, der Ort entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt der europäischen Gesellschaft. Prominente Gäste wie Richard Strauss oder Franz Lehár reisten an, um in den mineralreichen Quellen Linderung zu finden.

Ein besonderes Wahrzeichen dieser Zeit war das prachtvolle Grandhotel, welches bemerkenswerterweise 1902 direkt neben der Bahnlinie errichtet wurde. Doch die glanzvolle Ära währte nicht lange, denn bereits 1922 fiel das Hotel einem Brand zum Opfer. Gleichzeitig führten die politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg zu einem tiefgreifenden Einschnitt. Die neue Grenze am Brenner erschwerte die Anreise erheblich, und die Besucherzahlen gingen stark zurück.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte ein kleines Skigebiet noch einmal etwas Leben in den Ort. Doch mit dem Bau der Brennerautobahn begann schließlich der endgültige Niedergang. Der Skibetrieb wurde in den 1980er-Jahren eingestellt, 1978 wurde auch der Haltepunkt Brennerbad endgültig geschlossen.

Ende 1999 wurde die Bahntrasse aufgegeben und durch einen Tunnel ersetzt, in diesem Zuge verschwanden nahezu alle Gebäude. Die ehemalige Bahnstrecke dient heute als Rad- und Wanderweg.

Geblieben ist kaum mehr als eine Erinnerung. Dennoch erzählt Brennerbad bis heute eine faszinierende Geschichte, von Aufstieg und Glanz, von Wandel und Vergänglichkeit, mitten in der beeindruckenden Kulisse der Alpen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-PL-596, Ph-G-20892)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Haben alle von Ihnen die „Südtiroler Landeskunde“ von Anton von Lutterotti, VA Athesia . Bozen? Dann schlagen Sie bitte Seite 83 auf!
    „Trotzdem sollte hier die „Badmoidl“, die resolute Bademeisterin, nicht unerwähnt bleiben, über die ein englischer Badegast aus den 70-er Jahren des 19. Jhdts berichtete: Sie führte ein eisernes Regiment über ihre Badegäste, ob Fürst oder Bauer, und wer nicht parierte, wurde unverzüglich hinausgeschmissen.
    Bedimgumg für den Eintritt in die Badestube war der achweis, vor kurzem gebeichtet zu haben: „Keine Absolution, kein Bad!“
    Sie betätigte sich auch als Baderin im Sinne von Barbier; die Rasierbedürftigen setzten sich der Reihe nach in ihre offenen Kojen und wurden zunächst alle tüchtig eingeseift; dann bekam der erste von ihnen einen Apfel oder ein hölzernes Stopfei in die Backe geschoben und über der gespannten Haut schwang die Moidl dann ihr Rasiermesser; war der erste Gast fertig, wanderte der Apfel in den Mund des nächsten, und so weiter; während die Moidl dann die Badenden beaufsichtigte, betete sie ihren Rosenkranz; hatte dazwischen auch immer wieder Zeit für einen Schluck Wein aus dem Glas, das jeder Gast vor sich stehen hatte (Constance Leigh Clare „The Brenner Pass“ London 1912)
    (Den Lutterotti sollte ich jetzt vielleicht griffbereit halten – oder?)

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