Stolzer Architekt hinter der Kamera?
Zwei schnörkellose Wohnhäuser, irgendwo in der Stadt. Alles schaut noch recht neu aus. Die Schlüssel wurden wohl erst kürzlich an die Bewohnerinnen und Bewohner übergeben. Und der zufriedene Architekt kehrt an den „Tatort“ zurück, um sein Werk fürs Familienalbum festzuhalten. Jedenfalls dürfen wir annehmen, dass es so ist, denn das Foto stammt aus dem Album des Innsbrucker Architekten Max Thaler, der uns hier und hier schon begegnet ist. Wie dem Tiroler Anzeiger vom 3. Juni 1924 zu entnehmen ist, hatte der damals 33jährige Thaler kurz zuvor seine eigene Baufirma mit Sitz in der Templstraße 18 gegründet. Als Gesellschafter fungierten neben ihm noch der Stadtbaumeister Ing. Albert Glaser aus Wien und der bekannte jüdische Architekt Dr. Arnold Karplus (1877-1943), ebenfalls aus Wien. Doch zurück zum Foto und unseren Rätselfragen. Die leichtere Frage vorweg: Können Sie uns sagen, wo diese Wohnhäuser stehen? Und dann wüsste ich noch gerne von Ihnen, wie Sie die Aufnahme datieren würden?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)
easy, ich habe ein paar Jahre auf der gegenüberliegenden Straßenseite gewohnt, Santifallerstraße 4. Hier Santifallerstraße 6 und 8.
Bei der Errichtung der Wohnhäuser Ecke Santifallerstraße/Fischnalerstraße (früher Rechenweg) wurde 1938 die Richtstätte/Köpfplatz am Sauanger gefunden (Lokalisierung in HIK u.a. auf der Rangger-Karte 1763).
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19380831&query=%22K%c3%b6pfplatzl%22&ref=anno-search&seite=7
Gegenüber war später Kirche und Studentenheim.
Das Foto zeigt die Gegend aber weit zurück in der Vergangenheit. Die anschließenden, einen Block bildenden Häuser sind noch nicht zu sehen, der spitzwinklige Teil war s.o. zuerst fertig, der Anschluß an das knapp sichtbare Haus in der Huterstraße ließ hingegen lange auf sich warten, laut „Häusermeer“ bis in die 70er Jahre ein Lagerplatz der Fa. Würth.
Das Haus lag für mich am Weg zum Schwimmbad, dessen Ecke man links hinter dem Haus sehen müßte. Die Eingangsgestaltung ist für meinen Geschmack wirklich gelungen. Die dreiseitigen Eingangstreppen hat man mit zeitgeistigen Geländern entschärft.
Der blöde Zaun hat viel zu wenig Lücken, aber mir kommt vor, damals war das Straßenniveau tiefer.