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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Bürgermeister Von Inspruck

Die Bürgermeister von Inspruck

Im Laufe des 14. Jahrhunderts erreichte Innsbruck wie viele andere Städte ein höheres Maß an kommunaler Autonomie. Dazu gehörte auch, dass seit 1370 an der Spitze der Stadtverwaltung ein von den Bürgern gewählter Bürgermeister stand, anstatt des vom Landesfürsten ernannten Richters. Somit entwickelte sich auch die Formulierung von Bürgermeister, Rat und Gemeinde als Identifikation der Stadt.

Anfänglich wurden die Amtsträger auf lediglich ein Jahr gewählt. Abgehalten wurde die Wahl stets am St. Erharditag, also dem 8. Januar. Der Stadtrat konnte der Gemeinde einen kleinen Kreis von Kandidaten empfehlen, was er in der Regel auch tat. Die Bürger mussten nicht notwendigerweise einen der vorgeschlagenen Kandidaten wählen, aber wahrscheinlich musste der neue Bürgermeister zumindest aus den Reihen des Stadtrates kommen. Die Wahl war nicht geheim, sondern jeder musste seine Stimme mündlich im Rahmen der Versammlung vortragen. In einem ersten Wahlgang wurde die Wahl auf drei Personen eingegrenzt, zwischen denen man sich dann im zweiten entscheiden musste.

Der Bürgermeister führte den Vorsitz im Stadtrat, wo er auch über eine zusätzliche Stimme verfügte. Zudem war er verantwortlich für das Einheben der Steuern und die Überwachung der Gesetze und Verordnungen der Stadt. Ebenso oblag ihm die Repräsentation der Stadt nach außen, sei es gegenüber dem Landesfürsten oder als Abgeordneter auf dem Landtag. Interessanterweise war das Amt bei den Gewählten anscheinend nicht immer beliebt, denn 1492 wurde es verboten, sich von der Wahl freizukaufen.[1]

Als erster namentlich fassbarer purgermaister ze Inspruck begegnet uns Guenther von Raut, der als Zeuge in einer Urkunde von 1376 für einen Verkauf von Grund im Stubaital an das Stadtspital aufscheint.[2] Der besagte Guenther von Raut taucht auch schon einmal zwei Jahre früher auf, als er selbst ein Gut im Stubaital erwirbt, damals ist aber noch nur als purger ze Inspruck aufgeführt[3]. Spannender ist aber, dass er im folgenden Jahr auf einer Urkunde wieder als Bürgermeister auftaucht.[4] Er wurde also zumindest in diesem Jahr direkt wiedergewählt. Das war, zumindest in späterer Zeit sehr selten, im gesamten 17. Jahrhundert gab es nur einen solchen Fall einer direkten Wiederwahl, mit einigen Jahren Abstand war es jedoch üblich, das Amt mehrmals auszuüben.

Guenther von Raut als Zeuge in der erwähnten Urkunde von 1377

Ansonsten wissen wir leider nichts über Guenther von Raut. Er war zumindest zwei Mal Bürgermeister von Innsbruck und besaß Grund im Stubaital. War er ein Kaufmann? Ein Goldschmied? Oder vielleicht ein Gastwirt?


[1] Wilfried Beimrohr, Die Geschichte der Verwaltung der Stadt Innsbruck im 17. Jahrhundert, Innsbruck 1995, S. 66ff.

[2] StAI U-185

[3] StAI U-183

[4] StAI U-187

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