Erinnerung an die Brennerbahn – Partie Kuntersweg
Baustellenszenen sucht man im Erinnerungsalbum zum Bau der Brennerbahn vergeblich. Die meisten Darstellungen zeigen die fertige Strecke oder die beeindruckende Landschaft entlang der Bahnlinie. Umso mehr hat mich dieses Glasnegativ aus der Sammlung Kreutz gefreut, das den Weg in unsere Sammlung gefunden hat.
Zu sehen ist eine Baustelle im engen Eisacktal am Kuntersweg. Im Hintergrund verschwindet die Bahn in einem Tunnelportal, davor folgt die Trasse in einer weiten Kurve dem Flusslauf. Besonders ins Auge fällt jedoch das lange hölzerne Gerüst direkt am Eisack. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handle sich bereits um die entstehende Bahntrasse. Ebenso gut könnte es aber eine provisorische Arbeitsbrücke oder ein Baugerüst sein, das während der Errichtung der Strecke benötigt wurde. Aufnahmen wied diese lassen erahnen, welcher enorme Aufwand nötig war, um die Brennerbahn durch das enge und felsige Eisacktal zu führen.
Aber da können uns vielleicht wieder unsere Leser*innen helfen: Erkennt jemand den genauen Aufnahmeort? Weiß vielleicht jemand, welche Funktion das auffällige Holzgerüst entlang des Eisacks hatte? Ich freue mich wie immer über Hinweise und Anmerkungen in den Kommentaren.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-PL-563)
Der Eisack galt ab Blumau als schiffbar.
Ist es sehr abwegig, an eine kleine Bootswerft an dieser Stelle zu denken?
Ergänzung:
„Blumau“ hat seinen Namen nicht von der heimischen Flora, sondern von den PLUMMEN, den Holzstößen – einem Ausdruck, der auch in der Bixner Gegend belegt sei. habe der Ort früher eine große Brauerei beeherbergt und habe heute Sägewerke und Industriebetriebe.
Lt. Rampold. („heute“ ist natürlich 1975(!))
Der Tunnel bzw. das Portal ist fertig. Der Gleisstrang, der den Eisack begleitet, ist hier eindeutig einer Werkbahn zuzuordnen. Die Unterfütterung des Stranges mit deutlich überlappenden Bohlen und die doch sehr „eckig“ geführte Gleislage zeugen hiervon. Ich glaube eher, dass das Gleis nicht um den Berg herum führt sondern dass es schon in den Tunnel führt – ist nicht eindeutig zu erkennen.
Die Querläufer zwischen der Straße links und dem Gleis rechts könnten Schablonen füt die Trassierung der eigentlichen Gleislage der Hauptbahn sein.