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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Parken Verboten Am Landhausplatz!

Parken verboten am Landhausplatz!

Einige Jahre ist es inzwischen her, dass der Zweite Weltkrieg und der Nationalsozialismus über Innsbruck hereingebrochen und wieder verschwunden sind. Der Wiederaufbau ist auch schon ordentlich vorangekommen. Das Gauhaus heißt schon längst Landhaus. An seine finsteren Anfänge wird man erst gut 70 Jahre später erinnert werden. Und selbst dann wurden noch unsinnige Argumente gegen die künstlerische Aufarbeitung vorgebracht. Inzwischen wurde diese Peinlichkeit wenigstens wissenschaftlich aufgearbeitet.

Aber eigentlich geht es um den Landhausplatz. Wir sehen vier Parkverbotsschilder. Und zumindest drei parkende Autos. Wir könnten uns nun fragen, wer ist so frech? Immerhin scheint es niemand aus dem Landhaus zu sein.

Dann bleibt noch die Frage, wer sich an die „Pony Alm“ erinnern kann, die hier wohl ums Eck war. Immerhin reicht ein Schild mit Pfeil. Ohne es zu wissen, klingt das nach einer Mischung von Touristenfalle, Disco-Vorläufer und halboffiziellem Puff. Aber was es wirklich?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Kr/Ne-8281)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Gab es damals schon das Bundesheer? Ich denke an die temporäre Räumung des Platzes für die zum STaatsfeiertag (damals noch „Tag der Fahne“) üblichen Aufmärsche und Angelobungen. Oder halt sonst so ein vor Würde triefendes Spektakel, dem geparkte Autos entgegenstünden.
    Ich sehe in der Szene einen gemütlichen Sonntagvormittag. Da konnte es damals sogar sein, dass der Parkplatz fast leer war und das zusätzliche Verbotsschild zusammen mit den anderen das Parken längs der heiligen Landhausküste verwehren sollte,

    Leider ist auch dieses Bild wieder unscharf (im Original auch?), Café Espresso Tea Room kann man noch lesen, das Modegeschäft daneben – man sieht Schaufensterpuppen – hat neben der AUfschrift „Herrenmoden“ noch ein umrahmtes Logo(?). Später hieß es dort Club Herrenmoden, jetzt Moden Salchner und noch immer Herrenmoden.

    Aber jetzt pann ich den armen Dr. Morscher nimmer länger auf die Folter, der irgendwelche wüste Berichte von wüsten Szenen (mit wüsten Weiban) vermutet oder gar erhofft.

    Zur Eröffnungszeit war das Lokal laut Hinweistafel „Die originelle Milchbar“, also schon einmal drastisch entschärft. Die Originalität bestand in einer Innendekoration aus rustikalen Balken und Barhockern mit Kuhfellbezug. Darauf saß die Kundschaft, angetan mit den damals noch neuartigen Jeans („Cowboyhosen“), die anscheinend als passender Dresscode gegolten haben. Irgendwann wurde die Milch dann doch von den üblichen Getränken verdrängt.
    Ich bin als Kind an Elternhand dran vorbeigekommen wobei ich die obige Einrichtung und Klientel beobachten konnte. Später habe ich das Etablissement ein einziges Mal betreten, die Vermieterin der Studentenwohnung hat dort gearbeitet. Und meine Begleiterin dort gewohnt. Naja. Was soll ich sagen. Hafenkneipe leicht Gestrandeter, einer schlief seinen Rausch aus, ein anderer pöbelte gleich meine Begleiterin an – und tschüss. Interessant war die Gemeinschaftstoilette mit dem Cafe Taxis. Man konnte also pendeln. Ob Zechpreller sich das zu nutze machten weiß ich nicht. Leider kein Sensationsbericht. Am Foto ist die Ponyalm etwa dort, wo in der Welsergasse der senkrechte weiße Strich zu sehen ist. Wahrscheinlich steht Ponyalm drauf.

    1. Lieber Karl,
      ein BH hat es damals sicher schon gegeben, (seit 1955) und die Pony Alm erst viel später. (Ende 60er Anfang 70er) schätze ich mal.

      1. Das Parkverbot mit dem durchgestrichenen P gab es in der StVO nur bis 31.12.1959. und ich bin mir absolut sicher dass ich die Ponyalm als Kind erlebt habe. Von außen. Ende der 60er, Anfang der 70er waren wir schon erwachsen.

        1. Ich war mir mit meiner Theorie auch sicher, aber Du hast mich überzeugt. Möglicherweise war auch das Milchtrinkstüberl etwas weiter in Richtung Maria Theresienst. War ja nicht gerade vorgestern und da kann die Erinnerung schon ein bisschen verschwimmen.

  2. Fun fact: eine geteilte Toilette gibt es in diesem Gebäude immer noch, und es dürfte wohl die selbe sein. Geht man durch die hier im Bild linksseitige Passage zur Maria-Theresien, finden sich rechter Hand auch zwei sich gelegentlich neu erfindende Lokale, deren erstes, seit geraumer Zeit die sehr empfehlenswerte Gringo’s Tacoria mit unfassbar leckeren Tacos und Burritos, seine Toiletten in den dahinterliegenden Katakomben hat und mit dem Breakfast Club, dem Together und was es da noch so gibt teilt, die auch alle so einen Zugang in die Eingeweide des Gebäudes haben. Ich dachte mir schon, dass das Geschichte haben muss, weil die Toilettenanlage sehr historisch (aber gepflegt) wirkt, mit richtig alten Saniräteinbauten, und für nur ein einziges kleines Lokal oversized wäre. Ein verstecktes Stück postgastronomischer urbaner Infrastruktur mit etwas anrüchiger Geschichte. xD

  3. Ja, die Pony Alm. So manches Bierchen habe ich da genossen, vor oder nach einem Besuch im Cafe Taxis. Zum Versumpfen war die Pony Alm vielleicht geeigneter, aber sehr oft ziemlich voll, weil klein, aber eben ein bisschen heimeliger. Die gemeinsame Toilette weiß ich auch noch, war aber immer halbwegs sauber.
    Auch an das „Milchtrinkstüberl“ als Vorgänger der Pony Alm kann ich mich erinnern, in meiner VorBiertrinkzeit habe ich mir manchmal eine Eiersemmel mit einem Glas Milch gegönnt. Brrr.

  4. Zwischen den beiden Gassen, die zur Maria-Theresienstr. führen, (das waren die Fugger- und die Welsergasse) hat sich in den 80ern der Kleiderbauer niedergelassen, bis der, dem eines Eiswürfel nachempfundenen Neubau’s, weichen musste, in dem sich bis heute ein Sportgeschäft befindet.
    Das Modegeschäft „Club Herrenmoden“ neben dem Taxis, war während und nach meiner Lehrzeit, das Geschäft meiner Wahl, man hat dort für einen Aufpreis von 10% Hosen, Anzüge etc. nach Maß und vor allem mit kleinen Extras ( breiter Bund, extraweite Glockenhosen usw.) kaufen können, da, soviel ich weiß, die Fa. eine eigene Erzeugung in Schwaz hatten.
    Auch der Verkäufer, aus meiner damaligen Sicht ein älterer Herr, hat uns immer so respektvoll und zuvorkommend bedient, dass wir uns eben so richtig erwachsen gefühlt haben.

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