Die Bürgermeister von Inspruck (XII.)
Trotz der „geringen Ermunterung“ für den Nachfolger Dinters, die Gemeinderat Blaas prophezeit hatte, amtierte besagter Nachfolger für 13 Jahre. Heinrich Falk (1840–1917), wie die meisten Bürgermeister des Jahrhunderts Rechtsanwalt, saß seit 1872 im Gemeinderat, ehe er 1880 an die Spitze der Stadtverwaltung gewählt wurde. 1876 hatte er auch erfolgreich für die „verfassungstreue Partei“ (also die Deutschliberalen) für den Landtag kandidiert.
Eine besondere Errungenschaft seiner Amtszeit war der Neubau des städtischen Krankenhauses. Es wurde nahe der Universität, auf der Fläche, auf der die Klinik heute noch steht, zwischen 1885 und 1888 errichtet. Zur Fertigstellung geruhte es seiner Majestät Kaiser Franz Joseph sogar, dem Bürgermeister und der dem Gemeinderat, den „Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit“ bekanntzugeben. Ebenso wurden unter seiner Ägide die baufälligen alten Redoutensäle abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Auch die Wasserversorgung der Stadt wurde damals verbessert. 1882 wurde eine gusseiserne Leitung von der Quelle des Wurmbachs verlegt. 1888 folgte der Bau eines Reservoirs bei der „Schweinsbrücke“ über die Mühlauer Klamm.
Für seine Verdienste wurde im von Seiten der Regierung der Orden der Eisernen Krone (III. Klasse) verliehen, die Stadt Innsbruck ernannte ihn zum Ehrenbürger. 1893 folgte er Johann Tschurtschenthaler als Direktor der Sparkassa nach und trat als Bürgermeister zurück. Kurz nach seinem Rücktritt wurde ihm das Ritterkreuz des Leopoldsordens verliehen und 1894 wurde die Falkstraße im Saggen, wo schon gegen Ende seiner Amtszeit eine rege Bautätigkeit einsetzte, nach ihm benannt.
(Bürgermeister Heinrich Falk, gemalt von Josef Schretter, Öl auf Leinwand. Signatur Bi-2)