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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Bürgermeister Von Inspruck (VI.)

Die Bürgermeister von Inspruck (VI.)

Einschneidende Veränderungen, nicht nur für das Amt des Innsbrucker Bürgermeisters, sondern auch die gesamte Verwaltung der Stadt, brachten die Reformen Josephs II. (1741–1790). Ganz im Geiste des aufgeklärten Absolutismus zielten sie u.a. auch darauf ab, die Verwaltung auf kommunaler Ebene zu rationalisieren und zu professionalisieren. Konkret bedeutete dies, dass die Verwaltung Innsbrucks ab 1784 nicht mehr vom Stadtrat, sondern dem politisch-ökonomischen Magistrat besorgt wurde. Der Bürgermeister wurde fortan mit einem nun nicht mehr symbolischen Gehalt von 800 Gulden besoldet. Auch die neuen fünf Magistratsräte erhielten 350 Gulden pro Jahr. Diese bisher sinnvoll anmutende Reform ging aber mit einem herben Verlust an kommunaler Eigenständigkeit einher. Die Wahl der Bürgermeister war nie demokratisch im heutigen Sinne gewesen – wahlberechtigt waren nur die Bürger gewesen. Rund 20% der Einwohner besaßen in der Neuzeit das Bürgerrecht, und von diesen wiederum war die Politik allein das Metier volljähriger Männer, womit wir dabei wären, dass etwa 5% der Bevölkerung wirklich wahlberechtigt waren (also etwa 400 Männer aus einer Bevölkerung von ca. 8.000 im späten 18. Jahrhundert). Nun aber wurde zum einen ein Zwischenorgan in die Wahl geschaltet – erst wurde ein 24-köpfigen Ausschuss gewählt, der anschließend den Bürgermeister wählte – zum anderen musste die Wahl von der Regierung genehmigt werden. Im Zuge dieser tiefgreifenden Veränderung wurde auch die Amtszeit auf 4 Jahre verlängert.

Der erste Bürgermeister des bewegten 19. Jahrhunderts war Josef Riß (1737–1814). Bei seiner Amtszeit (1795–1807) sehen wir schon, dass die Bürgermeister fortan meist nicht nur für eine der nun 4-jährigen Amtsperioden gewählt wurden, und damit noch deutlich länger amtierten als ihre Vorgänger. In seine Amtszeit fiel nicht nur der Vertrag von Preßburg, mit dem Tirol an Bayern abgetreten wurde, es war auch seine wenig beneidenswerte Aufgabe, die französischen Truppen 1809 in Innsbruck wieder zu empfangen, obwohl er damals schon nicht mehr amtierte. Riß war von Beruf Kaufmann, ebenso hatte er in der Stadtmiliz und als Stadtkämmerer gedient.

Kasimir Schumacher (1766–1824) war der zweite der Bürgermeister, die die turbulenten Jahre der Koalitionskriege durchmachen mussten. Während des Aufstandes 1809 wurde sein Haus sowohl von den Besatzungstruppen als auch den Aufständischen geplündert. Er trat am 21. August zurück. Sowohl er als auch sein Nachfolger, Felizian Rauch (1767–1832) waren Buchdrucker. Der besagte Nachfolger wurde im September des Jahres zum Bürgermeister gewählt. Er amtierte bis er am 11. Juli 1814, kurz vor dem Ende der bayrischen Besatzung, zurücktrat. Noch am selben Tag wurde der bisher als Beamter der Stadtverwaltung dienende Karl Johann von Tschusy zu Schmidhoffen als Nachfolger gewählt. Er war Teil der Landesdeputation, die, nach der Rückgabe des Landes an die Habsburger, am 27. Juli 1814 nach Wien fuhr, er legte sein Amt jedoch auch relativ rasch, am 1. Juni 1815, wieder zurück.

(FW-G-83 – Befehl des 7. Korps der könglich bayrischen Armee vom 5. August 1809, der u.a. den unglücklichen Kasimir Schumacher für die Ausführung verantwortlich machte.

„Da man erfahren hat, daß der Andreas Hofer, sogenannter Sandwirt, Rebellen-Hauptmann von Passeyr, sich erfrecht, Boten in dem Lande herumschleichen zu machen, welche falsche Gerüchte verbreiten und die Einwohner zur Wiederergreifung der Waffen zu verführen trachten sollen – so wird befohlen, daß jedermann, welcher ohne mit einem gesetzlichen Vorweis von seiner Behörde versehen zu sein, außerhalb seines Dorfes oder Dorfbezirkes ertappt wird, verhaftet, der Militair-Kommission überantwortet und binnen vier und zwanzig Stunden hingerichtet werde. Die Pfleger, Bürgermeister und Militärkommandanten werden persönlich für die Vollziehung dieses Befehls verantwortlich gemacht.“)

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