Die Bürgermeister von Inspruck (V.)
Das 18. Jahrhundert bringt uns dann viele Bürgermeister, die lange Zeit, wenn auch mit Unterbrechungen, amtierten. Schon zu Beginn des Jahrhunderts begegnet uns mit Johann Lama von und zu Büchsenhausen (1671–1739) jemand, der siebenmal das höchste Amt der Stadt bekleidete, erstmals 1709. Die aus Savoyen eingewanderte Familie Delevo (anfänglich De Levo geschrieben) stellte zwei Bürgermeister, einmal Claudius Delevo (1714 und 1717), ein erfolgreicher Wein- und Tuchhändler, und den Sohn des genannten, Josef Ignaz Delevo (1696–1760), der es auf vier Amtszeiten brachte, 1749, 1752, 1754 und 1759. Josef Ignaz war, wie auch die meisten Bürgermeister des vorigen Jahrhunderts, ein Gastwirt, dem drei Restaurationen in Innsbruck gehörten: An den drei Kugeln in der Kiehbachgasse, das Bederlungerhaus in der Hofgasse und das heute noch bestehende Weiße Rössl. Vor seinen Amtszeiten als Bürgermeiste diente er auch bereits viermal als Stadtrichter. Auch der mit dreizehn Amtszeiten am längsten dienende Bürgermeister Simon Niederkircher (1715–1790) war Gastwirt, der Besitzer des Goldenen Adlers. Ein anderer oft-gewählter Bürgermeister war Josef Schwankhofer, der gegen Ende des Jahrhunderts sieben Jahre lang amtierte. Die genannten 5 Bürgermeister amtierten also zusammen für ein Drittel des 18. Jahrhunderts. Dabei fällt aber auf, dass es immer noch selten war, dass die Amtszeiten direkt aufeinanderfolgten. Es gab nach wie vor kein Gesetz, welches die direkte Wiederwahl verboten hätte, aber es war Brauch es so zu halten. Ebenso auffällig ist wieder, wie stark die Gastwirte unter den Bürgermeistern vertreten waren. Anton Gogl, der zwischen 1762 und 1784 sechsmal amtierte, war ebenfalls Gastwirt, der Besitzer des Goldenen Löwens.
(RM-PL-1430 – Das Weiße Rössl, Mitte des 18. Jahrhunderts eines der Gasthäuser im Besitz von Josef Ignaz Delevo)