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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Gärtnerhaus Mit Mörderblick

Gärtnerhaus mit Mörderblick

Ja die Mayers haben es wieder getan: Sie sind durch Innsbruck spaziert und hatten die Kamera dabei. An diesem undatierten Sommertag richteten sie das Objektiv auf ein Objekt, das jede Höttingerin und jede Höttinger sowie alle gelegentlichen Kirschentalwandersleute kennen. Ich würde lügen, wenn ich darüber hinaus aus dem Stand viel dazu hätte berichten können. Die Hausnummer 31 prangt an der Eingangstür also kann man schon einmal die Adressbücher und das Häusermeer zu den Bewohner:innen und Besitzenden befragen.

Sicher ist, dass das Türml bis 1921 die Hausnummer 3 trug, zunächst aus Höttinger Perspektive nummeriert und wie in Wilten mit den ungeraden Nummern rechts der orografischen Fluchtrute aus dem Dorf in die Stadt. Dem Hausknecht, Nachtwächter und städtischen Musiker Johann „Hans“ Rief war das egal, er wohnte von 1908 bis 1947 immer in diesem Haus 3/31. In der Zeitspanne sind die Besitzer (Tschiederer=Gleichheim, Sternfeld) zunächst Barone und Grafen, dann Bürger der Republik Österreich. Jedenfalls gehört das Haus immer zum Schneeburgschlössl etwas weiter oben, was sich an dieser wunderbaren Quelle schnell erschließt: Johann Martin Gumpp der Ältere hat etwa 1680 diesen Plan gezeichnet:

Unten ist der „Ihn Fluss“, in diesem Ausschnitt oben das Schlössl und nach einigem hin- und hergewechsle um den Höttinger Bach erkennt man auch den Turm. Weil das Bild so schön ist und ganz bis zum Bergpanorama hinauf reicht, hier gleich noch einmal der ganze Plan:

Und weil heute Tag der Planwirtschaft ist ausnahmsweise auch noch ein Link zu einer viermal so hoch aufgelösten Fassung

Beim Versuch, die Szene auf einen aktuellen interaktiven Plan zu montieren, bin ich eher gescheitert (Gumpp hat ohne an georeferenzierende Nachfolger zu denken ordentlich gestreckt und gequetscht).

In der Kunsttopografie kommt die Adresse natürlich auch zu Ehren und dort datiert man den Baukern auf das 15. Jhd. Ich stelle mir vor dass es früher praktisch war, hier als Resident auf Lichtenfels nach längeren Abenden in der Stadt einfach weniger weit oben zu übernachten oder wenn sich Besuch aus Innsbruck ankündigte, diesem auf halbem Weg entgegen zu kommen.

Der Turm wurde, wie herunter gekommene Höttinger wissen, in den letzten Jahren renoviert, unterkellert und in eine Beauty-Clinic verwandelt. Der Blick in die Stadt ist immer noch sehr ähnlich wie vor 80 Jahren.

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