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Die Innsbrucker Blindenfürsorge I

Die Innsbrucker Blindenfürsorge I

Um 1900 existierten im damaligen Österreich etwa 20 Institutionen, die sich um die Pflege und Förderung blinder bzw. sehbehinderter Menschen kümmerten, jedoch befand sich keines dieser Häuser im Kronland Tirol-Vorarlberg. Infolgedessen forderten zahlreiche aus Tirol stammende Mitbürger*innen die Gründung eines Vereines, der den Alltag sehbeeinträchtigter Personen erleichtern soll. Franz Thurner, Gemeinderat der Stadt Innsbruck, war davon überzeugt, dass die miserable Sozialpolitik nicht nur das Leben der Blinden erschweren würde, sondern auch jenes der allgemeinen Bevölkerung:

„Unter dem Nichtvorhandensein dieser Einrichtung […], haben nicht nur diejenigen zu leiden, denen die Vorteile und Begünstigungen entgehen, sondern es leiden darunter auch die größeren Städte, die speziell durch den Bettel vom Lande oft geradezu gebrandschatzt werden.“ (Thurner, Franz, Tirol, sorge für deine Blinden!, Innsbruck 1902, S. 4.)

Thurner stellte den Staat, Klöster und Großindustrielle an den Pranger, da sie sich bewusst gegen die Wohlfahrtshilfe in Tirol entscheiden würden. Laut Sanitätsberichts lebten dazumal 548 Tiroler (etwa zwei Drittel davon waren männlich), die als blind eingestuft wurden; den Großteil dieser Personen fehle es an professioneller Pflege, Versorgung und Bildung.

Zahl der Blinden in Tirol um 1900
Quelle: Thurner, Franz, Tirol, sorge für deine Blinden!, Innsbruck 1902, S. 7.

Nach jahrelangen Verhandlungen, kam es schlussendlich zur Gründung des Blindenfürsorgevereins und einer Blindenanstalt in Tirol. Näheres dazu folgt im nächsten Teil.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-14275)

Verfasserin: Sophie Wechselberger

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