Eine schüchterne Kehrmaschine
Hinter einer alten Industriehalle steht ganz vergessen eine kleine, alte Schienenkehrmaschine. Oder wie man so etwas nennt. Sie war schon mehrfach Gegenstand der Besprechungen in diesem Forum, aber hier ist sie ganz allein und traurig. Immer wäre ja Winter, aber die Maschine bleibt unbeachtet. Das ist natürlich auch keine gute Zukunftsperspektive. Wenn ich es recht im Kopf habe, hat sie aber dann doch recht lange durchgehalten.
Welche Kategorie Führerschein braucht man eigentlich für so ein Unikum?
Vermutlich befinden wir uns in Wilten bei den ehemaligen Stadtremisen in Wilten. Das ist aber nur eine Vermutung.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; MF-351)
Die ist nicht schüchtern sondern wollte rotzfrech mit dem ganzen Gatsch an den Schuhen ins Wohnzimmer. Oder mit Gatsch am Chassis in die Remise für die Nicht-Romantiker.
LIeber Lukas, stell dein Licht doch nicht so unter den Scheffel; du behauptest immer, dich mit Straßenbahnen nicht auszukennen, gehörst aber zur vermutlich allerhöchstens und wenn überhaupt niedrig dreistelligen Zahl von Innsbrucker:innen, die den Begriff „Stadtremise“ kennen und der vielleicht niedrig vierstelligen, denen diese seltsame pilzförmige Straßenbahn was sagt.
Oder möchtest du einfach nur nicht der Gattung der sogenannten Pufferküsser:innen zugeordnet werden? Innsbruck ist doch bunt, divers und nerdig, wir dürfen sein, was wir wollen. 😀 😀 😀
Es stimmt jedenfalls alles – Wilten, Bergiselbahnhof, Stadtremise. Schneekehre Nr. 200 steht auf einem Abstellgleis, die Bürsten sind ausgepackt und einsatzbereit, es muss noch nicht lange zurückliegend zumindest ein kleineres Schnee-Chaos gegeben haben, jedenfalls liegt welcher herum, vielleicht rechnet man bald mit weiterem Schnee, dann darf er ausrücken. Eine ernsthafte Datierung traue ich mir auf die Schnelle nicht zu – grundsätzlich würde ich sagen „1926 bis ca. 1944“, weil die Lyra-Stromabnehmer ab 1944 wegen der Fahrleitungskreuzungen mit dem Obus sukzessive durch Scherenbügel ersetzt wurden. Leider kann ich die seitliche Aufschrift an der Tür von SK200 nicht lesen, die gäbe vermutlich Aufschluss, ob das Bild bis (LBIHiT) oder ab 1941 (IVB) entstanden ist. Wahrscheinlich gibt es aber auch noch andere Details, die ich jetzt auf die Schnelle nicht sehe.
Abstellgleis war es aber auch keins. Das Gleis führt schon in eine schmale einspurige Remise,
Sonderremise für die schüchternen Teile des Fuhrparks, die lieber allein sein wollten und am Ende, traumatisiert von den ordinären Haller und Igler Beiwagen, den Dienst versagen könnten.