Baustelle: Innufer
Der Inn als Naherholunggebiet ist an sich kein neues Gesprächsthema für Bevölkerung und Politik. Vor wenigen Wochen gab es passend dazu die Bekanntgabe des Projekts „Innsbruck am Inn“. Wie sich dieses Projekt entwickelt sollten wir bis 2029 sehen. Eines gilt es aber mit Blick auf die grüne Lebensader immer zu berücksichtigen: den Hochwasserschutz und die damit verbundene Verbauung des Flusses.
Der heute vorgestellte Abschnitt der Innverbauung erfolgte in den 1970er Jahren im Bereich der Höttinger Au (Titelbild) und des Innrains (Bild im Text). Schlendert man heute den Fuß- und Radweg entlang, kommt einem die Situation als selbstverständlich und „eh immer scho so gewesen“ vor. Das gilt zwar für mich als spätberufenen inhabitans wiltinensis, aber viele Leser:innen werden sich vermtulich an eine Zeit ohne Verbauung gut erinnern können. Freiwillige vor!

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Titelbild: Ph-16101)
Am Titelbild baggert grade die Sand- und Steinwüste meiner Zeit als Kleinkind weg. Große naturgeformte Steinbrocken und das nahe Innufer, an dieser Stelle flacher als gegenüber, waren für kleine Buben ein Paradies der Phantasie. Viele Kinder waren aber dort nie zu sehen. Die meisten gingen in den Beselepark oder spielten in den Hinterhöfen.
Diese Stelle, am linken Innufer innaufwärts, zunächst der Uferstraße entlang und anschließend bis Kranebitten, war im Westen der Stadt zusammen mit dem Siglangerufer die einzige zugängliche Stelle zum Fluß. Das Ufer, das man am zweiten Bild mit den Huterhochhäusern im Hintergrund sieht, war früher nicht zugänglich. Dort war zuerst stadteinwärts rechtsufrig der Privatgrund der Grünbachervilla, dann das ausgedehnte Betriebsareal der Fa. Huter, dann wieder Privatgrundstücke, insbesondere das große, dobermannbewachte Gelände der Schwarzkopfvilla (etwa gegenüber der Einmündung der Thommenstraße), erst ab der Rechengasse kam der Normalbürger wieder an den Fluß.
Es gab längs der Uferstraße bis nach Kranebitten einen Inndamm mit Spazierweg auf der Krone. Wenn der hochwasserführende Inn Keller flutete, dann war das hochgedrücktes Grundwasser.