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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Leopold Stastny: Trainer In Der CSSR Und Emigration (1945-1965)

Leopold Stastny: Trainer in der CSSR und Emigration (1945-1965)

TRAINER IM STAATSSOZIALISMUS

Nach dem Krieg bildete Leopold Stastny gemeinsam mit Ferdinand Daučík ein erfolgreiches Trainerduo beim ŠK Bratislava. 1947 wurde er vom schottischen Trainer Tom Sneddon abgelöst. Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1948 verließ Sneddon Bratislava, der Verein wurde in Sokol NV umbenannt und Trainer Daučík von der Staatssicherheit verhaftet. Stastny erbte eine gut funktionierende Mannschaft, die er technisch und taktisch weiter entwickelte. Das Ergebnis war der erste Meistertitel eines slowakischen Vereins in der tschechoslowakischen Liga, den der Klub auch in den folgenden beiden Spielzeiten wieder errang.

Im April 1953 wurde Stastny unter dem Vorwurf staatsfeindlicher Aktivitäten von der Staatssicherheit festgenommen, drei Monate lang inhaftiert und verhört. Nach seiner Freilassung nahm er sein Traineramt wieder auf und errang 1955 einen weiteren Meister titel. 1957 endete seine Erfolgsserie mit dem nun Slovan Bratislava benannten Klub und er wurde als Trainer der A-Mannschaft entlassen. Stastny blieb dem Verein verbunden und kehrte 1963 auf die Betreuerbank zurück.

Als Trainer hatte Leopold Stastny großes Talent für das Scouting und die Entwicklung junger Spieler. So holte er eine Reihe von Fußballern zu Slovan, die den Kern jener Mannschaft bildeten, die 1969 den Europapokal der Pokalsieger gewann.

IN DIE EMIGRATION

Nach der kommunistischen Machtübernahme in der Tschechoslowakei 1948 planten Leopold und sein Bruder Ernest, während eines Auswärtsspiels von Bratislava in Belgien zu fliehen. Ernest setzte den Plan in die Tat um. Er lebte zunächst eine Zeit lang in Frankreich und wanderte 1950 mit seiner Familie nach Kanada aus. Ab den späten 1950er Jahren war er Präsident des Fußballvereins Montreal Cantalia und der National Soccer League von Ontario und Quebec.

Aus familiären Gründen blieb Leopold zunächst in der Tschechoslowakei und erhielt 1965 die Erlaubnis, als Trainer in Österreich zu arbeiten. Sein Sohn Michael folgte ihm ein Jahr später nach Innsbruck und hoffte, sich als Fußballprofi zu etablieren. Doch die Flucht aus dem Ostblock war gleichbedeutend mit einer anderthalbjährigen Sperre. Zudem bekam er keine Aufenthaltserlaubnis. Deshalb beschloss Michael, eine Fußballkarriere in Nordamerika zu verfolgen und ließ sich in Kanada nieder. Später folgten ihm sein Vater und seine Schwester.

Dieser Text stammt aus der Ausstellung „Leopold Šťastný. Überlebender des Nazi-Terrors, Trainerlegende & Erfinder der Schülerliga“ (Innsbruck 2025 und 2026), die wiederum auf die Ausstellung „Football under the Swastika: The Story of Leopold „Jim“ Šťastný“ (Bratislava 2020) zurückgeht.

Autoren der Ausstellungstexte: Peter Bučka, Joachim Bürgschwentner, Tomáš Černák, Niko Hofinger, Kevin Simpson, Georg Spitaler, Michal Vaněk

Bild: Meistertrainer Leopold Stastny (2. v. l.). (c) Tomáš Černák / Museum der jüdischen Kultur, Bratislava

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