Ein Kinderspiel!
Ein Kinderspiel scheint diese Aufgabe für unsere drei Protagonist*innen nicht zu sein. Jedenfalls besteht viel Diskussionsbedarf. Dabei handelt es sich tatsächlich um ein Spiel oder vielmehr eine Übung für Volksschulkinder, und zwar das „Nachzeichnen“. Ziel ist es, ein schon vorhandenes Muster zu wiederholen oder weiterzuführen. Mit einem Faden wie beim Sticken wahrlich keine so leichte Aufgabe wie mit Stift und Papier.
Wen wir hier sehen? Links versucht Vizebürgermeister Ferdinand Obenfeldner sein Glück. Daneben gibt ihm Bürgermeister Alois Lugger Tipps. Alles beaufsichtigt von einer Frau, deren Namen wir leider nicht kennen. Jedoch wäre es naheliegend, dass es sich bei ihr um eine Lehrerin der Volksschule Arzl handelt. Schließlich ist der Anlass der Aufnahme die Eröffnung derselben am 2. Oktober 1971. Das ist heute genau 55 Jahre her.
(Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck, Ph-9269)
Und schon wieder der Gestapo-Ferdl, der von nichts wusste und auch nie richtig ein Nazi war… „ von seiner Mitgliedschaft bei der NSDAP habe er erst 2006 erfahren“ ORF-Tirol, 10.3.2007
Auch wenn Obenfeldner selbst nach Bekanntwerden seiner Gestapo-Anstellung vor allem die administrativen Seiten seiner Anstellung hervorhob[2], war er etwa während des Novemberpogroms 1938 an der Verhaftung des in der Pogromnacht schwer verletzten jüdischen Kaufhausinhabers Richard Schwarz beteiligt.[3]
Am 1. Juli 1938 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP, wurde zum 1. November 1939 aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.254.459)[4][3] und suchte um Aufnahme in die SS an. 1940 meldete er sich freiwillig zum Heer und war während der gesamten Kriegsjahre in der 5. Gebirgsdivision der Wehrmacht. Mit dieser war er in Griechenland, Italien und Russland stationiert und gelangte 1945 in der Nähe von Turin in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Im August 1945 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft nach Tirol zurück und wurde am 13. August 1947 eigenen Angaben zufolge, die heute widerlegt sind,[3] als „minderbelastet“ begnadigt. (Wikipedia)
Was ich weiß, war er schon PG, aber bei der Polizei und nicht bei der Gestapo. In der Progomnacht hatte die Polizei die Aufgabe, sozusagen auf Abruf eine Scheinfunktion zum angeblichen Schutz der Opfer.
Und jetzt ist sooo leicht ein Antinazi zu sein, das adelt automatisch. Damals haben sie alle mitgeschrieen, Ich glaub keinem, dass er nicht dabei wäre, wenn wieder….
Lieber Herr Hirsch,
das eine sind die Fakten, die können Sie überprüfen. Das, was Sie schreiben, stellt Ihre Meinung dazu dar. Wenn Sie nachschauen wollen:
Thema NSDAP: „Am 1. Juli 1938 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP, wurde zum 1. November 1939 aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.254.459)“ (Wikipedia)
Thema Gestapo: Siehe https://tirv1.orf.at/stories/179788
Zu seiner Rolle in der Pogromnacht: „ In der Pogromnacht drangen NS-Schergen in die Wohnung ein und misshandelten Richard Schwarz. Zwei weitere Gestapomänner, unter ihnen Ferdinand Obenfeldner, observierten auf der Straße das Geschehen und nahmen anschliessend den schwer zugerichteten Vater und seinen 16-jährigen Sohn Viktor in „Schutzhaft“. Wilhelm Adler blieb unversehrt, da er über den Balkon flüchten konnte.“ (novemberpogrom1938.at)