Die Tollwut in Innsbruck
Anlässlich des heutigen Welt-Tollwut-Tages, den 28. September, habe ich für Sie thematisch passend ein wenig zum Thema Tollwut in Innsbruck recherchiert. Seit 2008 gilt diese übertragbare Krankheit in Österreich als ausgerottet. In den siebziger und neunziger Jahren war das Thema in Innsbruck hingegen noch topaktuell. Bei meiner Recherche im Innsbrucker Amtsblatt bin ich in der Ausgabe vom Dezember 1976 erstmals auf die Tollwut gestoßen. Darin wird an eine weiterhin geltende Tollwutsperre erinnert, da es anscheinend erneut einen Fall mit einem infizierten Fuchs gab. Das Titelfoto stammt vom April desselben Jahres und zeigt eine Szene, die sich in den Jahren davor und auch in den kommenden Jahren wohl häufig so abgespielt haben wird.
Vor 1976 war Tollwut in Innsbruck auch schon ein Thema gewesen sein: Zwar wird es zu der Zeit nicht im Amtsblatt erwähnt, bei den digitalen Zeitungsbeständen der Österreichischen Nationalbibliothek finden sich mit den Schlagwörtern Innsbruck und Tollwut aber 255 Suchtreffer. In der Ausgabe des Amtsblattes vom Februar 1978 wird dafür in der Rubrik „Innsbruck vor 100 Jahren“ von einer vom Bürgermeister verhängten Tollwutsperre im Jahr 1878 berichtet. Auch in den Jahren 1977 bis 1980 hat es eine Tollwutsperre gegeben. Diese Sperren schrieben vor allem Leinenpflicht oder Maulkorbzwang für Hunde vor und es wurde davor gewarnt, dass frei laufende Hund oder Katzen erschossen werden können.
Im Januar 1991 wird im Rahmen einer Impfinformation erwähnt, dass Innsbruck frei von Tollwut sei. Doch schon im Juni 1992 werden wieder in Kreith und Telfes die ersten Fälle an Füchsen festgestellt und Köder mit Impfstoff ausgelegt. Die Lage verschlechtert sich, denn im Monat darauf verordnet der Bundesminister für Gesundheit in den Gemeinden Amras, Pradl, Wilten, Vill und Igls und in den dazugehörigen Waldgebieten Leinenzwang oder stattdessen Maulkorbpflicht für Hunde. Auch darf es keine frei laufenden Katzen in diesen Gebieten mehr geben.
Die Tollwut erreicht Innsbruck schließlich im März 1993, sodass eine Sperre südlich des Inn ausgerufen wird. Im Mai wird noch einmal auf die Sperre hingewiesen und die Bevölkerung aufgerufen, im Falle eines Bisses von einem möglicherweise infizierten Tier die Neurologische Ambulanz der Klinik aufzusuchen. Im Juni findet sich der letzte Eintrag im Amtsblatt. Darin wird darum gebeten, dass Hunde bitte keine der Impfköder essen sollen. Es schade ihnen zwar nicht, jedoch sei der Zweck des Auslegens sonst verfehlt. In den Monaten davor wurden 100.000 Stück in Nordtirol verteilt. Für weitere Fragen findet sich in dieser Ausgabe bei der Auflistung der Servicedienststellen der Stadt auch eine Hotline, damals „Tollwut-Tonbanddienst“ genannt.
(Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck, Fotograf: Richard Frischauf, Ph-19975)