Erinnerung an die Brennerbahn – Blumau und Rosengarten
Der Zielbahnhof Bozen ist nicht mehr weit, und in unserem Erinnerungsalbum sind nur noch zwei Abbildungen übrig. Die vorletzte Ansicht heißt schlicht „Blumau und Rosengarten“ und eigentlich ist damit schon ziemlich gut beschrieben, worauf der Künstler unseren Blick lenken wollte.
Im Tal liegt Blumau, rechts darüber thront Schloss Karneid auf seinem markanten Felssporn. Fast ein wenig unwirklich erhebt sich dahinter die zerklüftete Bergkulisse des Rosengartens. Die Eisenbahn muss man dagegen, wie schon so oft in diesem Album, regelrecht suchen. Wenn man ganz großzügig sein will, könnte man im Vordergrund zumindest eine Andeutung der Bahntrasse erkennen.
Dabei war gerade dieser Abschnitt für den Bau der Brennerbahn alles andere als unspektakulär. Das enge Eisacktal mit seinen steilen Felswänden stellte die Ingenieure vor große Herausforderungen. Tunnel, Brücken und Stützmauern waren notwendig, um die 1867 eröffnete Strecke überhaupt durch das Tal führen zu können.
Treue Leser*innen unserer Serie wissen inzwischen allerdings: In diesem Erinnerungsalbum steht weniger die technische Meisterleistung der neuen Bahn als vielmehr die alpine Landschaft im Mittelpunkt. Und daran ändert sich auch in Blumau nichts. Angesichts von Schloss Karneid und dem Rosengarten im Hintergrund kann man es dem Künstler aber eigentlich kaum verdenken.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-A-24611-26)