Zwischen Hawaii und Bosporus – Fasching anno dazumal
Auch der längste Fasching neigt sich einmal seinem Ende zu. Doch bevor es soweit ist, reisen wir heute zurück in das Innsbruck der frühen 1930er-Jahre. Am 23. Jänner 1932 berichteten die Innsbrucker Nachrichten ausführlich über das abwechslungsreiche Faschingsprogramm, das die Leitung des Café München in diesem Jahr auf die Beine gestellt hatte:
Gegenwärtig prangt der Konzertsaal des Cafe „München“ im farbenfreudigen Schmuck. Von den Wänden grüßen Bilder aus dem Lande der aufgehenden Sonne, reicher Blumenschmuck und das satte Grün von Oleander und Palmen vervollständigen die Aufmachung, die entsprechend der Devise der letzten Tanzunterhaltung „Heut‘ tanzen wir in Hawai“, den Besucher für einige Stunden in den fernen Osten versetzen soll. Nicht weniger als diese Dekoration gefiel dem Publikum die Ausschmückung, die sich an die zugkräftige Revue „Im weißen Rößl“ anlehnte. In dem Bestreben, ihren Gästen immer wieder Neues zu bieten und die Unterhaltungen im Cafe so abwechslungsreich als nur möglich zu gestalten, scheut die Direktion weder Mühe noch Kosten, um durch entsprechenden Schmuck der Räume für gute Laune und Stimmung zu sorgen. Mit der Herstellung der Bilder und Dekorationen wurde der Kunstmaler Zötsch betraut, der mit Herrn Pitschmann als Arrangeur auch noch die künftigen Metamorphosen nach den von der Direktion gewählten Wahlsprüchen zu besorgen hat. Aus dem Unterhaltungsprogramm, das mit einem „Münchener Karneval“ seinen Abschluß findet, seien noch erwähnt: „Wien wird schön erst bei Nacht“, „Zehn krisenlose Stunden“ und endlich „Eine Nacht am Bosporus“. Die bisherigen Veranstaltungen
waren durchwegs sehr gut besucht und die Gäste hielten nach den Klängen des wieder unter der Leitung des früheren Stadttheaterkapellmeisters Eglauer stehenden Hausorchesters und einer zweiten Kapelle fleißig dem Tanze huldigend bis in die Morgenstunden aus.
PS.: Musikdirektor Karl Siegfried Eglauer, den wir auf dem Titelfoto mit seiner „Künstler-Kapelle“ sehen, ist um 1920 nach Innsbruck gekommen, wo er sich als Kapellmeister am Stadttheater rasch einen Namen beim Publikum machen sollte. Neben der „ernsten“ Musik widmete er sich auch der Unterhaltungsmusik. So trat er etwa im Herbst 1924 mit seiner eigenen Jazzband im Café München auf …
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(StAI, Ph-A-24613)