Phönix und München
Das Café München war hier in Bildern ja schon mehrfach präsent. Heute gibt es eine weitere Aufnahme, die das Eckhaus in seiner gesamten Ausdehnung zeigt. Neben den Aufschriften für Hotel und Café sowie dem markanten, geschwungenen Pfeil finden sich mehrere Schilder für Studentenverbindungen, die offenbar in dem Haus untergebracht waren. Auch die Phönix-Versicherung hatte in dem Gebäude ihre Filiale. Die Versicherung ist Ihnen vielleicht ein Begriff, weil der bekannte Förderer der Stadt Johann Sieberer als deren General-Inspektor sich dort ein Vermögen aufbaute und dieses dann für gute Zwecke stiftete (Sieberer’sches Waisenhauses, Vereinigungsbrunnen und Kaiser Franz-Joseph Jubiläums-Greisenasyl). Jahrzehnte später, im Jahr 1936, krachte die Versicherung in einem großen Skandal zusammen, nachdem sich die jahrelangen Bilanzfälschungen nicht mehr verheimlichen ließen. Da das Bild nicht datiert ist, kann ich nicht sagen, ob die Phönix-Welt zum Aufnahmezeitpunkt noch in Ordnung war. Was denken Sie?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum RM-PL-1422)
Die Verbindungen könnten – von oben im Uhrzeigersinn – sein: AV Austria, Corps Rhaetia, KÖHV Leopoldina, Corps Gothia, also sowohl nichtschlagend (CV) als auch schlagend. Offenbar war um 1932 das Café München eine „CV-Hochburg“ (https://ulb-digital.uibk.ac.at/obvuibz/periodical/pageview/3939952), weswegen das Foto wohl älter sein müsste. Durch die Benennung der Meraner-Straße sind wir jedenfalls nach dem 1. WK.