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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Selig Entschlafen

Selig entschlafen

Wir wissen ja nicht so genau, was da vorgeht. Es scheint sich um Amtsräume zu handeln. Und medizinisches Personal. Dieses ist seit Hypokrates der Gesundheit der Menschen verpflichtet. So weit so gut.

Zwei offensichtlich glückliche Männer liegen in voller (Amts-?)Montur auf einem improvisierten Krankenbett. Irgendwelche medizinischen Gerätschaften liegen auf Kartons. Der Mann im weißen Mantel hantiert vielleicht an einem dritten Menschen in der Ecke unter der Garderobe. Oder ist das kein Mensch, sondern eine Puppe? Mit typischer Brille der 1970er Jahre…

So weit schaut alles nach einem improvisierten medizinischen Einsatz aus. Keine Katastrophe, kein echter Notfall, aber auch nicht business as usual.

Was das Foto dann aber endgültig zu einer Besonderheit macht ist am rechten Bildrand eine Flasche Alkohols. Schweres Zeug ist da zu vermuten. Weinbrand oder so. In den 1970er und davor war das schwer in Mode. Damals gab es eine allgegenwärtige Marke, deren Falsche mit Bastfasern umwickelt war. Keine Ahnung, wie die geheißen hat oder ob das noch erhältlich ist. Ich kenne nur Asbach uralt. Wer mich kennt weiß, welcher Spruch mir gerade durch den Kopf geht…

Ich möchte der Ordnung halber erwähnen, dass das Bild nicht von mir bearbeitet oder beschnitten wurde.

Bei einem zweiten Blick auf die Kartons sehen wir, dass es sich dabei um Kartons von „Bal Paré“ handelt. Ein Weinbrand.

Wie passt das Alles zusammen? Eine Amtsräumlichkeit mit einem medizinischen Einsatz, bei dem es um Weinbrand geht. Sehr seltsam.

Vielleicht kann das jemand aufklären? Tommy Fink wäre ein erfahrener Verwaltungsmensch, das vielleicht weiterhelfen könnte. Oder brauchen wir einen Arzt oder eine Ärztin?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-5859)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. „Schwöschter, gönn Sie mit dere Nadele wägg!“ (Emil Steinberger, Blutspende),

    So improvisiert gehts schon lange nimmer zu. Vielleicht gab es da einmal in einem Amt oder einer Firma eine Blutspendeaktion. Nachmittags frei. Inklusive ein Schluck Cognac.

  2. Ja, lieber Lukas, du hast vollkommen recht. Es handelt sich hier um den Amtsraum einer Behörde (welche das war, sag ich aber nicht) und um drei beamtete Mitarbeiter (der dritte liegt offensichtlich am Boden, oh Schreck !), die trotz emsigsten Bemühens ihrer Kollegen nach der Mittagspause (damals von 12 bis 14 Uhr) nicht mehr wachzukriegen waren. Das war damals fast schon an der Tagesordnung, da – wie jeder weiß – der Beamte ja das meistarbeitende Wesen in Österreich ist. (Jeder kennt ja die damals ausgiebig kolportierte Tatsache der „blauen Stirnen“, als der Kopf immer auf das Stempelkissen rutschte). Als mußte der Amtsarzt her, der nach kurzer Blutdruckmessung auf die amtlichen Lagerbestände des Bal Pare zurückgriff. Nach 2 – 3 Stamperln dieses köstlichen Destillates war der Delinquent wieder voll einsatzfähig und konnte seinen schweren und verantwortungsvollen Dienst an der Bevölkerung wieder mit überschießender Energie ausführen. Abschließend sagte der Amtsarzt immer: „Wenn einem also Gutes widerfährt, das ist schon einen Bal Paré wert !“
    O sel´ge Dienstzeit, wohin bist du entschwunden…

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