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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Eine Verbeugung Für Die Queen

Eine Verbeugung für die Queen

Ich konnte es mir nicht verkneifen, einen vierten Beitrag zum Besuch der britischen Königin Elisabeth II. zu machen. So langsam kennen Sie schon fast alle Bilder, die damals, am 8. Mai 1969, gemacht wurden. Doch bei einem Blick auf die Fotogalerie unten verstehen Sie vermutlich auch, warum es noch einen Beitrag gebraucht hat.

Auf den Bildern sind die Königin selbst, Prinz Philipp, Bürgermeister Alois Lugger, Lily Sauter und der Hinterkopf von Landeshauptmann Eduard Wallnöfer zu sehen. Sie alle gehen an einer Reihe von Würdenträgern vorbei, die aussehen, als wären sie dort angewachsen. Alle Augen sind auf die Queen und die Person gerichtet, der sie gerade die Hand schüttelt. Es wirkt fast, als würden die Letzten in der Reihe genau analysieren, wie fest der Händedruck und wie tief die Verbeugung der Anderen ist. Es scheint ein Drahtseilakt. Der Händedruck darf nicht zu fest und nicht zu locker sein. Keine Verbeugung wäre womöglich unangemessen. Ob man einer Königin währenddessen in die Augen schauen darf, weiß keiner so genau. Manche schauen weg, andere schauen beinahe ihre eigene Stirn von innen an. Doch bloß nicht zu tief verbeugen, das wirkt zu untertänig. Man muss schließlich seine Ehre bewahren. Aber ein Stückchen tiefer als der Kollege der davor dran war, ist wichtig. Vielleicht bleibt man dann etwas besser in Erinnerung der Queen.

Es scheint eine durchaus schwierige Situation. Der letzte in der Reihe sieht zwar ganz hoffnungsvoll aus, nach den Anderen auch noch dran zu sein, jedoch gibt es von seinem Händedruck kein Foto. Entweder es gab keinen, oder der Fotograf (Richard Frischauf, wer sonst?) hatte nach den ganzen Verbeugungen schon keine Lust mehr.

Zum Schluss bleiben uns noch zwei ganz wichtige Fragen zu klären: Wer sind die Männer überhaupt, die hier aufgereiht vor der Königin stehen? Und wie verhält man sich denn nun richtig, wenn man doch einmal in die Notsituation kommen sollte, einer Königin die Hand schütteln zu müssen? Vielleicht hat jemand schon Erfahrungen in dem Bereich gesammelt und ist willens, diese zu teilen.

(Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck, FR-NE-0025-16 bis FR-NE-0025-23)

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