Erinnerung an die Brennerbahn – Nächster Halt bald wieder Vahrn/Varna?
Nachdem wir Franzensfeste hinter uns gelassen haben und die Pustertalbahn nach Osten abzweigt, folgen wir weiter der Brennerbahn Richtung Süden. Die nächste Station auf unserer Reise ist Vahrn.
Mit der Eröffnung der Brennerbahn im Jahr 1867 erhielt auch Vahrn eine eigene Haltestelle. Sie brachte den Ort in bequeme Reichweite der großen Städte der Monarchie. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs reisten jedes Jahr von Mai bis Oktober zahlreiche Gäste aus Wien, München und anderen Städten an, um hier die Sommermonate im angenehmen Klima des Eisacktals zu verbringen.
In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich Vahrn jedoch stark. Besonders seit den 1970er Jahren entstanden neue Wohngebiete sowie Handwerker- und Gewerbezonen. Die Nähe zu Brixen und zur Autobahn sorgte für wirtschaftlichen Aufschwung, veränderte aber auch das historische Dorfbild nachhaltig.
Die einstige Haltestelle der Brennerbahn verschwand schließlich ganz aus dem Fahrplan. Doch die Eisenbahn kehrt nach Vahrn zurück: Im Zuge des Baus der Riggertalschleife entsteht hier wieder ein Bahnhalt. Ich kenne in diesem Fall die Streckenführung noch nicht, aber wird der neue Halt in Vahrn dann eigentlich noch an der Brennerbahn liegen oder ist der Bahnhof gar der neue Knotenpunkt zwischen Pustertal und Brenner? Vielleicht kann uns unter unseren Leser*innen da jemand aufklären.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-PL-3077)
Hier https://www.youtube.com/watch?v=OuDjuKqHQ7s hatte man noch Hoffnung auf Fertigstellung im Jahr 2024. Was andeutet, dass das heurige Jahr durchaus die Mitte zwischen Titelbild und Fertigstellung sein könnte.
Die richtungsstimmige Verbindung von Franzensfeste ins Pustertal wird verschwinden, man muß in Brixen umsteigen. Eisenbahnen werden von den Planern immer noch als Rangierspielzeug gesehen.
…und Bahnbenützer als Menschen des Biedermeier.
Aber zum Bild – da h a b e n Sie schon wieder Erinnerungen geweckt! Von Vahrn hinauf , an dem einzeln im Wald stehenden Bauernhäuschen vorbei – au weh! Sowohl mein Mann als auch die beiden Buben hatten kurze Hosen an, was der vom Balkon herunterschauenden Altbäuerin so gar nicht gefiel – hinauf zur „Ploote“, von wo aus man „den schönsten Ausblick über das Brixner Becken“ hatte. Noch vor der radikalen Verbauung durch Industrialisierung. Oh ja.
– und dann hinein ins Schalderer Tal und zurück nach Vahrn.
Ja, und weiß zufällig jemand, wie der „Gupf“ heißt, der am Foto das Eisacktal im Norden abschließt? Der „Höllenkragen“ oberhalb von Maria Trens wirds wohl nicht sein…?
Aber der kreisrunde weiße Fleck am Foto??? – zufälliger Fehler – oder soll das der Tunnelausgang werden? Genau über dem Kloster Neustift? „Tausend Jahre werden vergehen…“ steht schon in der Bibel (jedoch von „abermals tausend Jahre…“ ist nichts zu finden.)
Die Straße ins Pustertal hinüber verläuft oberhalb und ist für mich schwer zu erkennen. Hier sind wir von Natz aus über Vill, Fiums und Schabs gewandert und – das Steigl sieht man gerade noch am rechten Bildrand – von Elvas wieder nach Neustift herunter . und durch das Riggertal – ja! Das Riggertal! – wieder hinauf zu unserem Auto. War ein schotteriger steiler Weg. Und heiß wars mittlerweile auch. So daß eine vorüberkommende Frau kopfschüttelnd meinte „Ja, happs es koan Auto? Des hättets ja alls fahrn gekennt!“
Offenbar hatte sie vom „Eisacktaler Wanderpaß“ noch nichts gehört. Und meinen Mann kannte sie schließlich auch nicht, gell.