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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Hypothetische Hypotheken

Hypothetische Hypotheken

Bei dem hier zu sehenden Rundschreiben handelt es sich um ein Dokument aus einer spannenden Zeit: der Reintegration Tirols nach den Napoleonischen Kriegen. Als solches ist es unterzeichnet von Anton Leopold von Roschmann (1771-1830) in seiner Funktion als Leiter der k.k. Hofkommission zur Organisation Tirols und Vorarlbergs (auch als Zentral-Organisierung-Hofkommission bekannt). Roschmann (nicht zu verwechseln mit seinem Großvater, ebenfalls Anton Roschmann, dem Historiker) hatte eine wechselhafte Rolle in der Rückeroberung Tirols gespielt. Zum einen hatte er sich 1809 unter großem persönlichem Einsatz, u.a. als  Geheimbote, für den Aufstand eingesetzt, andererseits verriet er 1813 einen Plan zu einer neuerlichen Erhebung an Kaiser Franz, was seinen Mitverschwörern lange Haftstrafen, ihm jedoch (nach einem kurzen Gefängnisaufenthalt, wohl um die Form zu wahren) einen neuen Posten einbrachte.

Mit dieser amtlichen Verlautbarung wurden die Gläubiger von Hypothekarkrediten informiert, dass sie fürs erste selbst Sorge tragen mussten, auf Versteigerungen zu achten, da die unübersichtlichen Register im Lande es nicht zuließen, zuverlässig alle Gläubiger zu ermitteln und sie in einem solchen Fall zu informieren. Neue tavole provinciali (dt. Landtafeln) und libri fondiari (dt. Grundbücher) sollten eingeführt werden, um das Problem zu beheben.

(Signatur VO-1970)

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