Gleichberechtigung im Sattel
Der Reitsport ist im Hinblick auf die Rolle der Geschlechter besonders interessant. Heute nimmt er unter den olympischen Disziplinen eine Sonderstellung ein, denn Athletinnen und Athleten werden in den gleichen Bewerben gemeinsam gewertet. Auch die Pferde werden nicht nach Geschlecht getrennt eingeteilt. Bei den Olympischen Spielen gilt dies für die Dressur seit 1952, für das Springreiten seit 1956 und für die Vielseitigkeit seit 1964 Damit ist der Reitsport die einzige olympische Einzelsportart, in der Frauen und Männer regulär unter denselben Bedingungen gegeneinander antreten. Ausgenommen sind lediglich Mixed-Bewerbe in anderen Sportarten, etwa im Tennis oder Badminton sowie Mixed-Staffeln, die jedoch keine vollständige Gleichstellung innerhalb aller Bewerbe darstellen, da sie noch immer die Geschlechter einteilen und in diesen Fällen auch vorschreiben.
Die hier gezeigten Aufnahmen stammen von der Internationalen Sportwoche 1948 über die wir schon mehrfach berichtet haben (Im Sprung – Innsbruck erinnert sich, Nochmals zur Internationalen Sportwoche 1948 – Innsbruck erinnert sich) und entstanden somit noch kurz vor dieser Entwicklung. Frauen waren hier nur in einzelnen Disziplinen überhaupt zugelassen. Zudem wurden die Bewerbe beim Reiten nach Geschlechtern getrennt ausgetragen beziehungsweise Frauen vor allem nur in den untergeordneten Wettbewerben, etwa im Juniorenspringen, zugelassen.
Das Turnier fand auf der Reitbahn der Klosterkaserne statt, die sich auf dem Gelände des heutigen SOWI-Campus befand.
Was ich an dieser Stelle aber rügen muss: Bei allen Fotos, die ich in meiner Recherche gefunden habe, trägt wirklich niemand einen Helm.

Siegerehrung aus allen Bewerben mit einer Siegerin
(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-A-7257, Ph-A-7257)