Gefährlicher Einsatz
Bereits in den frühen Morgenstunden des 17. Oktober 1983 waren Unbekannte in ein Modellbaugeschäft in der Defreggerstraße eingedrungen, hatten es verwüstet und sodann Feuer gelegt, das jedoch glücklicherweise rasch bemerkt wurde. Geistesgegenwärtig drehte ein Hausbewohner den Hauptgashahn zu, während die alarmierte Berufsfeuerwehr nach einer guten Stunde den Brand gelöscht hatte.
Gegen 17:30 Uhr bemerkte jedoch ein Passant erneut ein Feuer im besagten Modellbaugeschäft und alarmierte die Einsatzkräfte, die mit einem Großaufgebot zum Brandplatz ausrückten. Wie die NTZ berichtete, gelang es der Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren von Amras, Hötting und Mühlau „[i]n einem zweistündigen Einsatz“ unter Atemschutz „den Brand, der das dreistöckige Geschäfts- und Wohnhaus bedrohte“, zu löschen. „Trotz höchster Explosionsgefahr wegen der eingelagerten Treibstoffe für Flugzeug-, Auto- und Schiffmodelle konnten die Bewohner des Hauses und der benachbarten Objekte alle unverletzt evakuiert werden.“

Allerdings wurden bei diesem Einsatz zwei Männer der Berufsfeuerwehr verletzt: „Silvester Haberfellner, der als Lebensretter (spektakuläre Bergung eines Buben aus der Sill) berühmt wurde, erlitt durch eine Explosion Kopfverbrennungen. Manfred Kerber wurde mit einer Rauchgasvergiftung in die Klinik gebracht. Branddirektor Angermair bezeichnete die Situation als ‚ausgesprochen gefährlich'“, so die Tiroler Tageszeitung am 18. Oktober 1983.

Die Nachlöscharbeiteten dauerten bis in die späten Abendstunden, sodann stellten die drei ausgerückten FF-Einheiten und die Löschgruppe Reichenau bis zum Morgengrauen die Brandwache. Der Sachschaden war beträchtlich, das Geschäftslokal komplett zerstört, auch die Wohnung über dem Modellbaugeschäft war in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch das zweite Feuer war auf eine Brandstiftung zurückzuführen.
(Titelfoto: StAI, Archiv der NTZ, Erich Birbaumer)