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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Nächster Halt Franzensfeste / Fortezza

Erinnerung an die Brennerbahn – Nächster Halt Franzensfeste / Fortezza

Nach den vielen kleinen Haltestellen entlang der Brennerbahn erreichen wir heute Franzensfeste. Unser Titelbild zeigt den Ort um 1900. Im Mittelpunkt steht die Bahnhofsanlage, die damals bereits das Herzstück der jungen Siedlung bildete. Kaum zu glauben, dass hier bei der Eröffnung der Brennerbahn im Jahr 1867 zunächst nur eine einfache Holzstation stand. Im Rahmen des Baus der Pustertalbahn erkannte man jedoch rasch die Bedeutung des Standorts. Bereits 1869 wurde der Bahnhof erweitert, und mit der Eröffnung der Pustertalbahn im Jahr 1871 entwickelte sich Franzensfeste zu einem der wichtigsten Eisenbahnknoten Tirols.

Der Bahnhof sorgte auch dafür, dass rund um die Gleisanlagen ein neuer Ort entstand. Eisenbahner, Handwerker, Gastwirte und Händler fanden hier Arbeit und machten Franzensfeste zu einem lebendigen Verkehrszentrum.

Nach dem Ersten Weltkrieg gewann der Bahnhof nochmals an Bedeutung. Die Nähe zur neuen Staatsgrenze am Brenner machte ihn zu einem wichtigen Umschlagplatz für Waren, Zollabfertigung und Militärtransporte. Die Gleisanlagen wurden erweitert und prägten das Ortsbild über Jahrzehnte hinweg.

Unser zweites Bild zeigt Franzensfeste bereits in einer späteren Epoche. Inzwischen ist auch der Stausee entstanden, der das Erscheinungsbild des Ortes bis heute prägt. Während sich die Landschaft verändert hat, blieb Franzensfeste seiner Rolle als Verkehrsknotenpunkt treu.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verlor der Bahnhof jedoch viele seiner ursprünglichen Aufgaben. Der Güterverkehr verlagerte sich zunehmend auf die Straße, die militärische Bedeutung der Grenze nahm ab, und mit dem EU-Beitritt Österreichs verschwanden schließlich auch die Zollkontrollen.

Dennoch zählt Franzensfeste bis heute zu den wichtigsten Bahnhöfen Südtirols, hier treffen sich nach wie vor Brenner und Pustertalbahn. Wer die weitläufigen Gleisanlagen betrachtet, kann noch immer erahnen, welche Bedeutung dieser Ort einst für den Verkehr über die Alpen hatte.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-PL-3104, KRNE-2768)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Man muß wohl hier DAHEIM sein, um diesen Ort zu MÖGEN, oder? So eng, so schattig. Ich hatte einmal eine Mitschülerin, 1 Jahr lang, die von hier stammte. Am Beginn des Schuljahrs fragte der Lehrer sie „Und – gefällts Dir in Franzensfeste?“ „Nnnnaaaaa!“ gab die Elfriede zur Antwort.
    „Mir auch nicht!“ sagte der Lehrer. „Franzensfestee ist der einzige Ort in ganz Südtirol, der mir nicht gefällt“
    Und am Ende des Schuljahrs wieder dieselbe Frage…!, worauf die Elfriede mit traurig gesenktem Kopf antwortete „jaaaaaaaaaa…..“
    „Ja“, meinte der Lehrer, und setzte süßlich dazu „Wo man daheim ist, ist es halt am schönsten, geeeeeeeeeeeell!“
    Und – wie gefällts Ihnen in Franzensfeste?

  2. Was für eine nette Geschichte – Franzensfeste ist halt wirklich nicht gerade der schönste Ort wobei ich ehrlich gesagt abseits des Bahnhofes nicht wirklich viel gesehen hab. :o)

    1. Für alle, die den Band 1 von “ SÜDTIROL A – Z “ von Eduard Widmoser gerade nicht zur Hand haben, hier ein paar Worte:
      „Nördlich der Brixner Klause war die kleine Ortschaft UNTERAU, wo um 1830 drei Bauernhöfe standen. Hier wurde 1830 – 1838 ein mächtiges Sperrfort… -„,
      ja, wissen wir eh, eben „die Franzensfeste“ erbaut…
      1913 standen bereits 13 Häuser. Also eine innerhalb dieser 80 Jahre neu entstandene Ortschaft, die ihren Namen von eben der Festung erhielt – und ihre Bedeutung durch den Bahnknotenpunkt.
      Deutlich sind am Foto 2 Siedlungskerne zu erkennen – der an der Straße bei der spitztürmigen Herz Jesu Kirche, 1898/99 erbaut, neugotisch, zwischenzeitlich einmal „modernisiert“, also innen ausgeweißelt, aber reumütig wieder (mit Schablonenmalerei) in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt.
      Am Foto erkennt man deutlich die beiden Siedlungs“kerne“ – den um die Kirche – und die Eisenbahnerblöcke um den Bahnhof.
      Und die ursprünglichen drei Häuser der Ortschaft Unterau – samt der alten Ladritscher Brücke – wo sind die wohl geblieben?
      Richtig!
      Die hat der Stausee verschluckt – und diesen versucht der Eisack aus Leibeskräften, baldmöglichst wieder gänzlich aufzufüllen…

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