Ein Blick ins Tal der Ruetz
Die imposante und viel zu wenig beachtete Stephansbrücke umrahmte quasi unseren heutigen Blick in das Tal der Ruetz.
In der Bildmitte erkennen wir die Filialkirche Mariae Himmelfahrt. Das habe ich irgendwo nachgeschaut. Selber kann ich mich an eines der kleinsten Feuerwehr-Häuschen erinnern, das auch dort in der Gegend stand und – ich hoffe – noch steht.
Das wunderbare Technikmonument des Ruetzkraftwerks weiter hinten im Tal wird erst etwa 15 Jahre später errichtet werden. Es handelt sich übrigens wieder um eine Aufnahme von Anton Kogler aus der Zeit um 1895.
Jetzt fällt mir beim besten Willen nix mehr zu dem Foto ein, aber ich wollte Ihnen einfach diese fesche Aufnahme zeigen…
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph/D-29)
Vielleicht war es zu Anton Koglers Zeiten noch einfacher, an diesen Ort zu kommen. Apropos unwegsam: Ungefähr 300 Meter flußabwärts fließt die Ruetz in die Sill oder umgekehrt, man hält beide Flüsse für etwa gleich breit. Zu diesem Zwickel gelangt man der dreieckigen Wiese jenseits des Gasthauses entlang, am Ende über STock und Stein zu einem einsamen Platzl. Flaschen zeigen aber, dass es doch nicht ganz einsam zu sein scheint.
Am Foto sieht ma deutlich die alte Straße nach Schönberg, die den Goethe zu seiner berühmten Zirbe geführt hat. Heute beim Wegkreuz links unter der Europabrücke hindurch und dann recht zach der AUtobahn entlang zur Galerie. Wer nach Mieders oder Fulpmes will, kann beim INRI rechts über den Stollensteig gehen. Übrigens die einzige Möglichkeit für die aussterbende Spezies Wanderer, die schönere Variante über den Gallhof hat man Gott Fahrrad geopfert, statt des früheren schattigen Waldwegs müßte man in praller Sonne über die der Straße über das Stilfserjoch nachempfundenen Radweg gehen. Man macht mit dem Fahrrad denselben Fehler wie mit dem Auto, Natur für Fahrbahnen.
Wenn ich den ganzen Tag suchen tät (tu ich aber nicht), fände ich Fotos vom Innenraum des Kirchleins.
Hinkommen tut man mit dem Auto, mit dem man nirgends parken darf, oder mit dem Bus 589, der am ausflugstypischen Sonntag alle zwei Stunden fährt. Von der Station Unterberg über das „Rohr“ zur Stefansbrücke spielts ja nimmer.
Genug geraunzt. Aber wenn man zur Ehre Gottes (Fronleichnamsprozession) schon um 6 Uhr aus dem Schlaf geböllert wird, leidet die Laune.